Asyl-Kurs wird verschärft

Abschiebelager in Afrika – das plant EU mit Migranten

Laut EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hat Europa den Härtetest Ceuta bestanden. In einem Interview gewährt er Einblicke in die Asylpläne der EU.
Nicolas Kubrak
08.09.2026, 22:25
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Die verstörenden Bilder und Videos aus Ceuta sorgen auch einen Monat später für Diskussionen. Ende Juli gelangten rund 72.000 Migranten von Marokko aus in die spanische Exklave. Laut der Regionalregierung von Ceuta befanden sich Anfang September noch rund 8.000 bis 9.000 Menschen in der Stadt.

Brunner: "Haben Test bestanden"

Aus Sicht von EU-Migrationskommissar Magnus Brunner seien die Ereignisse in Ceuta ein Härtetest für Europa gewesen. "Ich glaube, dass wir den bestanden haben", sagte er in einem Interview mit dem "Kurier". Mittlerweile sei ein Großteil der Menschen zurückgekehrt, zudem habe bei Rückführungen die Kooperation mit Marokko gut funktioniert. "Spanien hat einen guten Job gemacht", so der 54-Jährige.

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Künftig werde es darum gehen, solche Situationen früher zu erkennen. Eine Reform von Europol könnte Abhilfe leisten: "Die Behörde soll eine stärkere Rolle spielen, gerade wenn es um die Beobachtung von sozialen Medien geht", forderte der Kommissar.

65.000 Zurückweisungen an EU-Grenze

Im Interview sprach Brunner zudem über das neue Ein- und Ausreisesystem der EU. "Ich finde, es war ein Riesenerfolg", konstatierte er. Von 190 Millionen Registrierungen seien 65.000 Menschen an der Grenze zurückgewiesen worden, weil sie einen falschen Pass oder gefälschte Dokumente gehabt hätten. 1.700 Personen seien wegen Verbindungen zum Terrorismus als Sicherheitsrisiko für die EU identifiziert worden. "Die haben wir herausgefischt und das ist eine Erfolgsstory", erklärte Brunner.

Abschiebezentren in Afrika? "Steht jedem frei"

In den kommenden Monaten möchte der Kommissar den Turbo zünden. "Unser Ziel ist, die Migrations-Diplomatie zu forcieren." Man werde die Kooperation mit Drittstaaten weiter verstärken, etwa mit Pakistan oder Bangladesch, auch die Kooperation mit der Türkei sei wichtig. Die aktuell wichtigsten Routen von Migranten verlaufe laut Brunner von Pakistan und Bangladesch über die Golfstaaten und Ägypten nach Libyen und von dort Richtung Europa.

"Ich bin bereit, mit allen zu reden und wir müssen auch mit allen reden. Es macht nicht immer Spaß, aber es ist unsere Verpflichtung, mit allen zu reden", betonte er.

Angesprochen auf die von Österreich geforderten Abschiebelager in Afrika, erklärte der 54-Jährige: "Die EU hat die rechtliche Grundlage für Rückkehrzentren in Drittstaaten geschaffen. Jetzt liegt es an den Mitgliedstaaten, das umzusetzen." Es stehe jedem EU-Land frei, über ein Abschiebezentrum zu verhandeln.

Und wer finanziert das? "Wenn die Mitgliedstaaten wollen, dass die EU Geld dafür zur Verfügung stellt, kann ich mir das vorstellen. Aber es ist Sache der Mitgliedstaaten, zu sagen: Wir wollen das im nächsten EU-Budget haben, wir wollen, dass EU-Geld dafür verwendet wird", erklärte Brunner.

{title && {title} } nico, {title && {title} } 08.09.2026, 22:25