Es war – etwas überraschend – gleich das erste Thema, das Simone Stribl am Montagabend beim Sommergespräch mit dem FPÖ-Chef ansprach: der Hitzesommer samt Rekord-Dürre. Herbert Kickl plädierte da für mehr Gelassenheit. Es sei niemandem geholfen, wenn man alle Dinge "dramatisiere": "Ich wehre mich gegen Alarmismus."
Überhaupt sei die FPÖ "die einzige Partei, die sich zum Klimawandel bekennt". Dass Österreich entgegen der EU-Vorgaben die Klimaneutralität schon 2040 und nicht erst 2050 erreichen will, sei eine "verrückte Entscheidung", so der FPÖ-Chef wörtlich.
Die Grüne Klubobfrau Leonore Gewessler reagierte am Dienstagvormittag scharf, warf Kickl "die Verleugnung der menschengemachten Klimakrise" vor: "Herbert Kickl blickt aus dem gut gekühlten Dienstwagen auf alle Menschen in Österreich herab, für die der heurige Hitzesommer nur mehr schwer auszuhalten war. Seine Antwort auf das Leiden, das die extremen Temperaturen und Dürre verursachen, lautet: Pech gehabt."
"Ob die Ernte verdorrt, die Sonne auf die Baustelle brennt oder die Wohnung zu heiß zum Schlafen ist – Kickl kümmert das nicht", so Gewessler weiter. "Das ist überheblich und arrogant, weil es die tagtäglichen Herausforderungen der Menschen ignoriert. Die grüne Alternative heißt: Probleme anpacken und Leben leichter machen."
Ebenfalls sauer aufgestoßen ist der Grünen-Chefin die aus ihrer Sicht "fehlende Abgrenzung von rechtsextremen Schlägertrupps" (gemeint: die Identitären, Anm.). Hier hatte Kickl die roten Linien der FPÖ so definiert: "Dort, wo die Demokratie nicht akzeptiert wird, jemand eine Diktatur errichten will. Wer Gewalt als legitimes Mittel der Politik gutheißt, fliegt bei uns hinaus."
Gewesslers Replik: "Ich kann den Unterschied zwischen der Freiheitlichen Jugend und den rechtsextremen Schlägertrupps mit freiem Auge nicht mehr erkennen. Kickl nimmt genau das offensichtlich hin." Ihr Appell daher: "Lassen wir uns von diesen Spaltern nicht einschüchtern, lassen wir uns die Hoffnung nicht nehmen. Dafür kämpfen wir Grüne Tag für Tag."