Abrechnung mit Moderatorin

"Unwürdig!" – Kickl wütet über "blöde Frage" im ORF

Im ORF-Sommergespräch fuhr Herbert Kickl beim Thema Ausländer in Österreich ORF-Moderatorin Simone Stribl scharf an: "Ist Ihnen das nicht zu blöd?!"
Newsdesk Heute
07.09.2026, 22:34
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Für die nächsten Tage ist in Österreich noch einmal außergewöhnliche Hochsommer-Hitze angesagt. Am Mittwoch soll die heiße Phase dann mit einem Knall zu Ende gehen. Doch schon am Montagabend wurde es im ORF-Zentrum politisch hitzig: FPÖ-Chef Herbert Kickl war als letzter der Parteichefs bei den "Sommergesprächen" mit Simone Stribl zu Gast.

Bereits vor seinem Auftritt setzte Kickl auf scharfe Worte. Auf Facebook schrieb der Freiheitliche an seine Fans: "Heute zu Gast bei unserem 'Lieblingssender'".

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Herbert Kickl teilte schließlich auf Sendung bei mehreren Themen kräftig aus. Besonders scharf wurde der FPÖ-Chef aber am Ende, als es um den Begriff "Remigration" und die Frage ging, wie viele Menschen in Österreich aus seiner Sicht weniger leben sollten.

Moderatorin Stribl konfrontierte Kickl mit Aussagen der AfD, wonach 60 Millionen Menschen in Deutschland "genug" seien. Umgemünzt auf Österreich fragte sie direkt: "9 Millionen Einwohner hat Österreich. Wie viele weniger sollen's denn bei uns sein?"

Der Freiheitliche reagierte gereizt. "Ist Ihnen das nicht zu blöd? Diese Frage ist dermaßen unqualifiziert, dass es unwürdig ist für den ORF!", zeigte sich Kickl erbost. Damit war der Ton endgültig gesetzt. "Ich weiß gar nicht, wie man auf so eine blöde Frage kommen kann. Dazu gibt es nichts zu sagen!"

Rechtsextreme Kampfbegriffe

Zuvor hatte er den von den Identitären verwendeten Kampfbegriff "Remigration" im Wort als "neutral" bezeichnet. Die FPÖ habe erklärt, was sie darunter verstehe, sagte Kickl. Für andere Bedeutungen anderer Gruppen wolle er nicht verantwortlich gemacht werden: "Das wäre ja noch schöner."

Warum setzt die FPÖ so stark auf den Begriff "Remigration"?

"Man kopiert hier mit vollem Bewusstsein einen Kampfbegriff einer rechtsextremen Organisation. Die FPÖ braucht solche Kampfbegriffe, weil sie immer mit einem Thema – früher Zuwanderung, auch Null-Zuwanderung, jetzt Remigration – andere Themenbereiche zu überlagern versucht." – Peter Filzmaier, in der ZIB2 im Anschluss an das Sommergespräch

Auch beim Verhältnis der FPÖ zur rechtsextremen Identitären Bewegung zog Kickl eine Grenze. Wer Demokratie nicht akzeptiere, einen autoritären Staat oder eine Diktatur wolle, die Verfassung missachte oder Gewalt als Mittel der Politik gutheiße, überschreite für ihn eine rote Linie. In einem solchen Fall, so Kickl, "fliegt der bei uns hinaus".

Gleichzeitig verteidigte er Menschen, die sich für Grenzschutz einsetzen. Es dürfe nicht passieren, dass sie deshalb denunziert würden. Die in einem "Standard"-Artikel erhobenen Vorwürfe gegen die Freiheitliche Jugend nannte Kickl "Vernaderungen", das seien keine Tatsachen. Geld der Freiheitlichen Jugend sei laut Kickl nicht an die Identitären oder andere geflossen.

Schon zuvor war das Interview konfrontativ verlaufen. Beim Thema Klimawandel sprach Kickl von "Panikmache und Alarmismus". Menschliche Treibhausgas-Emissionen als Ursache des Klimawandels nannte er "anmaßend", eine "Form der Gotteslästerung" und "eine unglaubliche Hybris". Klimapolitik und CO2-Bepreisung bezeichnete er als "Form des Ablasshandels". Seine Kernbotschaft: "Geld wird die Temperatur nicht ändern."

Beim Wehrdienst kritisierte Kickl das Modell "6 plus 3" als unklar. Nach einem kurzen Kontakt mit Kanzler Stocker sprach er von einem "Paradebeispiel für den faulen Kompromiss". Sein Fazit fiel knapp aus: alles "Murks". Die FPÖ werde zustimmen, wenn es eine "einigermaßen vernünftige Lösung" gebe.

"Der Parteichef bin ich"

Auch beim Thema Pensionen griff Kickl die Regierung an. Pensionisten würden als "Bankomat der Regierung" behandelt. Eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters auf 67 Jahre lehnte er ab. "Die Pensionsschraube ist für mich die allerletzte, weil ich sie unanständig finde", sagte er. Über abweichende Ansichten aus der eigenen Partei stellte Kickl klar: "Der Parteichef bin ich."

{title && {title} } red, {title && {title} } 07.09.2026, 22:34