Vor Sommergespräch

"Lieblingssender" – Kickl meldet sich mit ORF-Ansage

Als fünfter und letzter Parteichef ist FPÖ-Obmann Kickl am Montagabend Gast im ORF-Sommergespräch. Beflügelt wird er vom Wahlerfolg der AfD.
Heute Politik
07.09.2026, 19:14
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Mit FPÖ-Chef Herbert Kickl gehen am Montagabend die diesjährigen Sommergespräche im ORF zu Ende. Bisher waren Grünen-Bundessprecherin Leonore Gewessler, NEOS-Obfrau Beate Meinl-Reisinger, SPÖ-Chef Andreas Babler und ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker zu Gast im ORF-Zentrum bei Simone Stribl.

"Heute zu Gast bei unserem 'Lieblingssender' ", kündigt Kickl seinen Auftritt gegenüber seinen Facebook-Fans an. Auch wenn es einige Reibepunkte zwischen FPÖ und ORF gibt, der Talk ist für den Öffentlich-Rechtlichen ein vorprogrammierter Quotenhit.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Bei seinem Sommergespräch im Vorjahr waren mehr als 700.000 Zuseher mit dabei. Zum Vergleich: Heuer war Stocker bisher der Quotensieger mit durchschnittlich 531.000 Zusehern.

An Themen mangelt es beim FPÖ-Chef auch heuer nicht. "Heute" hat eine Auswahl:

Politischer Islam

ÖVP-Chef Christian Stocker fordert derzeit ein Verbot des politischen Islam. Das ist ein langjähriger FPÖ-Schlager. Bisher lehnten die anderen Parteien und auch die ÖVP entsprechende Forderungen und auch parlamentarische Anträge der FPÖ ab. Kickl wird das Thema daher wohl nicht auslassen.

Kopftuch-Verbot

Brandaktuell: das Kopftuch-Verbot für Mädchen bis 14 Jahre an Österreichs Schulen. Dieses gilt seit dem Beginn des Schuljahres ab Montag. Es wurden auch bereits erste Verstöße gemeldet, besonders aus Wien. Das Verbot heurigen Schuljahres geltende Kopftuch-Verbot für Mädchen unter 14 geht der FPÖ nicht weit genug. Immer wieder hatte sie sich in der Vergangenheit für eine Ausweitung des Verbots auf sämtliche Schülerinnen ausgesprochen.

Identitäre

Eines der Themen, die der FPÖ immer wieder – auch jüngst – viel Kritik einbringen, ist die mangelnde Abgrenzung zu den rechtsextremen Identitären. Hier hatte der FPÖ-Chef zuletzt die Grenze dort gezogen, wo es Verstöße gegen die Verfassung gibt. Generell hat er die Identitären aber als "unterstützenswerte NGO von rechts" bezeichnet. Stribl wird dieses Thema wohl auch ansprechen.

ORF

Generell darf man gespannt sein, in welche Richtung sich das Gespräch entwickelt. Denn Kickl lässt eigentlich kaum eine Gelegenheit aus, gegen den ORF zu wettern. Besonders in seinem Visier: die umstrittene Haushaltabgabe, die er stets als "Zwangssteuer" bezeichnet. Kickl hat zudem kürzlich ein ORF-Volksbegehren angekündigt. Sein freiheitlicher Generalsekretär Christian Hafenecker war erst am Montag ausgerückt, um die Berichterstattung des ORF über die Wahl im deutschen Sachsen-Anhalt massiv zu kritisieren. Bei dieser Wahl ist ja die AfD als eindeutiger Sieger hervorgegangen.

Umfrage-Hoch

Das dürfte derzeit auch der FPÖ gelingen, wenn man sich die Umfragen der vergangenen Monate ansieht. Im APA-Wahltrend liegen die Freiheitlichen bereits bei 39 Prozent, kratzen also an der 40-Prozent-Marke. Und der AfD-Sieg dürfte die FPÖ zusätzlich beflügeln. Immerhin haben die anderen Parteien eine Zusammenarbeit abgelehnt. Es ist zu erwarten, dass Kickl den Wahlsieg als Zeichen interpretiert, dass die Ausgrenzung einer Partei (Stichwort "Brandmauer") nicht funktioniert.

{title && {title} } pol, {title && {title} } 07.09.2026, 19:14