Bei der steirischen SPÖ stehen die Zeichen auf Neustart. Nach dem Grazer Wahldebakel mit nur 6,1 Prozent und der anschließenden Auflösung des Stadtparteivorstands scheint sich die Lage langsam zu beruhigen. In aktuellen Umfragen liegen die Roten bereits gleichauf mit der ÖVP auf Platz zwei. Bei einer fiktiven Landeshauptmann-Direktwahl liegt SPÖ-Chef Max Lercher sogar vor der ÖVP-Kandidatin.
Jetzt geht Lercher einen Schritt weiter. Mit der neuen Kampagne "Zuerst die Steiermark. "Deine Lebensrealität, mein Auftrag", will der 39-Jährige eine klare Trennlinie zu parteigetriebener Politik ziehen und die Sorgen der Bevölkerung in den Mittelpunkt stellen. Für den steirischen SPÖ-Chef Max Lercher braucht es in schwierigen Zeiten eine Rückbesinnung auf das Wesentliche.
"Mir reicht es mit einer Politik, die nur mehr um Parteitaktik kreist, reale Probleme verleugnet und billige Parolen über echte Lösungen stellt. Wir erleben fast nur mehr künstliche Empörung, aber kein Verständnis für Diskurs und Miteinander. Mein Verständnis von Politik ist ein anderes: Ich will nicht einer Parteistruktur gefallen, sondern unserem Land gerecht werden", hält der steirische SP-Chef fest.
Sein Kompass sei "denkbar einfach". Gute Initiativen für die Steiermark unterstütze er, schlechte hingegen nicht. Dabei sei nicht relevant, von welcher Partei ein Vorschlag komme. Das gelte bei der Gesundheitsversorgung ebenso wie beim Schutz der Arbeitsplätze.
Lercher dazu: "Wo Unternehmen schließen und Arbeitsplätze verloren gehen, braucht es einen klaren Fokus auf Industrie, Standort und den Erhalt unseres Wohlstands. Wir müssen die Sorgen der Bevölkerung ohne Scheuklappen annehmen. Das ist der einzige Weg, um Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen."
Landesgeschäftsführer Florian Seifter sieht die neue Kampagne als nächsten Schritt in der Neuausrichtung der steirischen SPÖ. Im Mittelpunkt sollen dabei weniger klassische Plakatbotschaften, sondern neue Formate und direkter Kontakt mit den Menschen stehen. Mit Angeboten wie der "Helpline-Tour" will die Partei vor Ort ansprechbar sein und konkrete Unterstützung bieten.
Inhaltlich setzt die SPÖ vor allem auf die Themen Gesundheit, Arbeitsplätze und Standortpolitik. Unter dem Slogan "Zuerst deine Gesundheit" will sie den Abbau von Spitalsleistungen unter Blau-Schwarz zum Thema machen.
Weitergeführt wird auch die Initiative "Einspruch!". Das ursprünglich auf den Gesundheitsbereich zugeschnittene Format wird nun für weitere Anliegen geöffnet. Über die Website "lebensrealitaet.at" können Bürger ihre Sorgen und Probleme einbringen, die anschließend von der SPÖ aufgegriffen und in den Landtag getragen werden sollen.