Rote Schock-Ansage

SP-Grande stichelt gegen Babler, will mit FPÖ koalieren

Steiermarks SPÖ-Chef Max Lercher denkt – anders als die Bundespartei – eine Koalition mit der FPÖ an. Auch für Andreas Babler hat eine Botschaft.
Nicolas Kubrak
21.08.2026, 12:02
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Die grüne Mark wird zunehmend blau – zumindest politisch. Nach ihrem historischen Erfolg bei der Landtagswahl 2024 zieht die FPÖ weiter davon und liegt laut einer jüngsten Umfrage bei sage und schreibe 43 Prozent. ÖVP und SPÖ liegen gleichauf mit 19 Prozent auf Platz 2.

Bei der fiktiven Landeshauptmann-Direktwahl würde FPÖ-Mann Mario Kunasek 47 Prozent erhalten. Überraschend: SPÖ-Landesparteivorsitzender Max Lercher würde bei dieser Wahl die ÖVP-Kandidatin abschütteln und auf Platz 2 landen.

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SPÖ-Mann denkt Koalition mit FPÖ an

In einem Interview mit der "Kleinen Zeitung" bezog Lercher Stellung zu den neuesten Umfragen. "Es ist eine Momentaufnahme. Wir haben den ersten Schritt geschafft und haben uns in der Steiermark stabilisiert. Wir sind bereits Herausforderer Nummer 1 und werden unseren steirischen Weg konsequent fortsetzen", sagte der 39-Jährige.

Lercher zeigte sich zudem überraschend offen für eine Koalition mit der FPÖ. "Es wäre vermessen von mir zu sagen, eine Freiheitliche Partei mit fast 40 Prozent auszuschließen. Wenn wir unsere wichtigen Inhalte durchbringen, sind wir bereit, auch mit der FPÖ zusammenzuarbeiten“, betonte der SP-Mann.

"Kunasek keine Beißzange wie Kickl"

Laut Lercher gehe es dabei um die inhaltliche Ausrichtung der SPÖ und nicht darum, dass jemand aus seiner Partei einen Regierungsposten bekomme. "Alle schreien, dass sie regieren wollen, aber sagen nicht, warum." Über den FPÖ-Landeshauptmann Kunasek äußerte sich Lercher durchaus positiv: "Er ist ein netter Mensch, keine Beißzange wie Herbert Kickl. Er ist nahbar und lebt das auch." Politisch seien Kunasek allerdings "keine großen Würfe" gelungen, stellte der SPÖ-Chef fest.

Wortspende für Babler

Lercher sprach mit der "Kleinen" außerdem kritisch über den Zustand der Bundespartei – und stichelte dabei gegen Parteichef Andreas Babler. "Was wir abliefern, ist zu wenig. Ein Parteichef, der muss seine Partei ziehen", sagte er. Gleichzeitig müsse sich die SPÖ bei der Bekämpfung von Freunderlwirtschaft und Korruption neu definieren. "Es reicht mit der Selbstbeschäftigung und den alten Dynamiken der Macht. Dieses Bild ist der Sozialdemokratie nicht würdig".

In einem ORF-Interview legte Lercher noch einmal nach. Die Bundespolitik helfe der steirischen SPÖ "definitiv nicht", betonte er. Auf die Frage, ob seine Partei bei einer stärkeren Performance der Bundes-SPÖ in der Regierung besser dastehen würde, antwortete Lercher: "Glaube ich den Umfragen, ist das tatsächlich der Fall."

{title && {title} } nico, {title && {title} } Akt. 21.08.2026, 12:03, 21.08.2026, 12:02