Neue KI-Strategie

Hausübungen mit ChatGPT – Minister will Benotung ändern

Immer mehr Schüler nutzen KI-Chatbots für Hausübungen. Bildungsminister Wiederkehr will daher Schulen bei der Bewertung mehr Freiheiten geben.
Newsdesk Heute
07.09.2026, 13:39
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Künstliche Intelligenz verändert den Schulalltag – und könnte nun auch Folgen für die Benotung haben. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) sieht Anpassungsbedarf bei der Leistungsbeurteilung und will Schulen künftig mehr Spielraum geben.

Hintergrund ist die zunehmende Nutzung von KI-Chatbots wie ChatGPT. Laut Umfragen verwendet bereits die Mehrheit der Jugendlichen in Österreich solche Programme, um Arbeiten für die Schule zu erledigen.

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Dadurch verlieren klassische Hausaufgaben aus Sicht Wiederkehrs an Bedeutung. Wichtiger werde hingegen, Leistungen direkt im Unterricht festzustellen – etwa beim Argumentieren, Präsentieren, Diskutieren oder bei Überprüfungen. "Dort ist es auch wesentlich schwieriger, zu schummeln", sagt Wiederkehr im Gespräch mit der APA.

Wiederkehr will Schulen mehr Freiheit geben

Derzeit sind den Lehrkräften dabei allerdings Grenzen gesetzt. In Schularbeitsfächern wie Mathematik dürfen etwa einzelne Beispiele aus Hausübungen nicht zusätzlich im Unterricht zur Leistungsfeststellung herangezogen werden. AHS-Lehrergewerkschafter Georg Stockinger (FCG) hatte das zuletzt gegenüber der APA kritisiert.

Wiederkehr will deshalb Änderungen diskutieren. "Auch ich sehe Anpassungsbedarf bei der Leistungsbeurteilungsverordnung, damit die Schulen hier flexibler und autonomer auch Leistungsbeurteilungen festlegen können", so der Bildungsminister.

Im Ministerium gibt es bereits erste Überlegungen. Eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. "Aber das muss noch breiter diskutiert und auch in der Koalition besprochen werden." Die Leistungsbeurteilung sei ein sensibles Thema.

Neue KI-Strategie kommt im November

Konkreter ist der Zeitplan für die neue KI-Strategie des Bildungsministeriums. Sie soll am 6. November veröffentlicht und anschließend laufend weiterentwickelt werden. Die bisherige Strategie stammt aus dem Jahr 2023.

"Wir sehen, dass wir hier ständig adaptieren müssen, um die Chancen der KI fürs Lernen ins Klassenzimmer zu bringen und die Risiken zu minimieren."

Wiederkehr warnt mit Verweis auf Forschung zugleich vor den möglichen Folgen eines unkritischen Umgangs mit KI. Dieser könne sich sowohl auf die Lernleistung als auch auf die psychische Gesundheit auswirken.

Ein Beirat aus Vertretern von Schülern, Eltern und Lehrern sowie Experten soll deshalb Leitlinien für den Umgang mit KI-Tools erarbeiten. Dabei soll es auch um praktische Fragen gehen – etwa welche Anwendungen erlaubt sind und welche Regeln bei Prüfungen gelten.

Schüler sollen zuerst über KI lernen

Wiederkehr setzt dabei zunächst auf Aufklärung. "Grundsätzliche Linie von mir ist, vorher über die KI zu lernen, Kritikfähigkeit zu vermitteln und dann mit der KI zu lernen", erklärt der Minister.

Damit soll bereits im Fach Digitale Grundbildung in Mittelschulen und AHS-Unterstufen begonnen werden. Nach Angaben Wiederkehrs nutzt die große Mehrheit der Jugendlichen KI bereits vor ihrem 14. Geburtstag – teilweise auch bei sensiblen sozialen oder psychologischen Fragen.

"Es ist deshalb wichtig, dass die Schule schon früh über KI informiert und die Schülerinnen und Schüler aufklärt."

Die Lehrkräfte sieht Wiederkehr für diese Aufgabe gerüstet. Fort- und Weiterbildungen des Ministeriums würden österreichweit angeboten und breit angenommen. Die neue KI-Strategie soll zusätzlich als "zusätzliche Handreichung" dienen und offene Fragen von Lehrern und Schülern beantworten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 07.09.2026, 13:39