Neues Modell gefordert

50 Millionen Euro – Schüler-Laptops auf der Kippe

Die AHS-Lehrergewerkschaft stellt eigene Laptops für jeden Schüler infrage. Stattdessen sollen die Geräte künftig direkt an den Schulen bleiben.
Newsdesk Heute
10.08.2026, 11:11
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Eigener Laptop für jedes Kind – dieses Konzept stellt der neue Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Georg Stockinger (FCG), infrage. Statt die Geräte einzelnen Schülern mitzugeben, könnte seiner Ansicht nach künftig direkt die Schule mit Laptops und Tablets ausgestattet werden.

Anlass für die Debatte sind Änderungen bei der Geräte-Initiative. Wegen Einsparungen im Bildungsbudget erhalten Schüler ab dem Schuljahr 2027/28 ihre Laptops oder Tablets erst in der zweiten Klasse der Mittelschule beziehungsweise AHS-Unterstufe. Bisher werden die Geräte bereits im ersten Jahr ausgegeben.

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Stockinger sieht die Verschiebung aus pädagogischer Sicht positiv. Auch in Ländern, die bei der Digitalisierung im Unterricht lange als Vorreiter galten, werde der Einsatz digitaler Geräte mittlerweile anders beurteilt.

Erste Klasse ohne Laptop

Der Gewerkschafter verweist dabei auf Finnland. Dort setze sich zunehmend die Ansicht durch, dass Kinder zunächst bestimmte Fähigkeiten entwickeln sollten, bevor digitale Hilfsmittel eingesetzt werden.

Deshalb sei es "gar nicht verkehrt", wenn Schüler in der ersten Klasse noch ohne Tablet oder Laptop arbeiten. Im Gegenzug könnten laut Stockinger etwa die Stunden im Fach "Digitale Grundbildung" anders verteilt werden. Dieses wurde 2022 als zweistündiges Pflichtfach für Zehn- bis 14-Jährige eingeführt.

Grundsätzlich steht Stockinger der bisherigen Geräte-Initiative skeptisch gegenüber. Seit 2020 haben mehr als 600.000 Kinder gegen einen Kostenbeitrag einen eigenen Laptop oder ein Tablet erhalten.

Ob das Konzept im Unterricht wie vorgesehen funktioniert, bezweifelt der Gewerkschafter. "Wenn ich mir anschaue, was im Lehrplan 'Digitale Grundbildung' drinsteht und was in der Unterrichtsrealität passiert, dann ist das teilweise Tag und Nacht."

Teilweise vergehe bereits viel Unterrichtszeit, bis alle Zehnjährigen ihre Geräte eingeschaltet hätten. Zudem hätten nicht immer sämtliche Schüler einen aufgeladenen Rechner dabei. Stockinger berichtet auch von Fällen, in denen Geräte als "zu minderwertig" abgelehnt oder weiterverkauft worden seien. "Es gibt da Rückmeldungen, wo einem schwindlig wird."

50 Millionen Euro pro Schuljahr

Für die Schülerlaptops werden pro Schuljahr 50 Millionen Euro aufgewendet. Stockinger stellt infrage, ob dieses Steuergeld mit dem bisherigen Modell sinnvoll eingesetzt wird. "Ich sehe das sehr kritisch."

Er möchte deshalb eine grundsätzliche Diskussion darüber anstoßen, ob die Mittel für persönliche Schülergeräte nicht eingespart werden sollten.

Als Alternative bringt er ein Modell nach finnischem Vorbild ins Spiel: Die Schulen könnten mit einem Gerätebestand ausgestattet werden. Schüler würden Laptops oder Tablets dann verwenden, wenn sie diese im Unterricht tatsächlich benötigen.

Lehrermangel bleibt "Riesenproblem"

Für Stockinger liegt die Schwierigkeit bei der "Digitalen Grundbildung" allerdings nicht nur bei der technischen Ausstattung. Ein "Riesenproblem" sei weiterhin der Mangel an entsprechend ausgebildeten Lehrkräften.

Hinzu komme, dass das Fach an Schulen teilweise als "Restfach" behandelt werde. Mitunter würden Lehrer dafür eingeteilt, die noch zusätzliche Unterrichtsstunden benötigen – nach dem Motto "das kann eh jeder".

Damit sieht Stockinger neben der Frage nach den Geräten auch bei der personellen Ausstattung weiterhin erheblichen Handlungsbedarf.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.08.2026, 11:11