Leistungsreform an Schulen

"Kein Freizeitverein!" – AHS-Chef fordert mehr Tests

Der neue AHS-Gewerkschaftschef fordert einen stärkeren Fokus auf Leistungen an Schulen. Wegen KI spricht er sich für mehr Tests im Unterricht aus.
Newsdesk Heute
01.08.2026, 22:45
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der neue Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Georg Stockinger (FCG), fordert ein Umdenken bei der Leistungsbewertung an Österreichs Schulen. Aus seiner Sicht müsse Leistung wieder stärker eingefordert werden, um Schüler gut auf Studium und Beruf vorzubereiten.

Ein Grund dafür sei die zunehmende Verbreitung von Künstlicher Intelligenz. Diese ermögliche es immer leichter, Leistungen vorzutäuschen. Stockinger fordert daher, die Regeln zur Leistungsbeurteilung zu überarbeiten und den Lehrkräften mehr Möglichkeiten für Überprüfungen direkt im Unterricht zu geben.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

KI stellt Schulen vor neue Probleme

Vor allem Hausübungen hätten schon bisher nur eingeschränkte Aussagekraft gehabt, weil Schüler unterschiedlich viel Unterstützung zu Hause erhalten. Durch KI seien sie als Teil der Gesamtnote nun noch problematischer geworden.

Stockinger schlägt deshalb vor, Aufgaben aus Hausübungen zusätzlich im Unterricht überprüfen zu können. Derzeit werde das in Schularbeitsfächern wie Mathematik vielerorts als Test gewertet und sei deshalb nicht erlaubt.

"Schule ist kein Freizeitverein"

Der AHS-Gewerkschafter wirbt generell für einen positiveren Zugang zu Prüfungen. Diese seien kein Selbstzweck, sondern würden Schüler motivieren, sich anzustrengen. "Das ist einfach kein Freizeitverein in der Schule, sondern eine Institution, die viel Geld kostet und in der Kinder Wissen und Fähigkeiten erwerben sollen. Und das geht ohne Mühe in der Regel eben nicht", so Stockinger.

Gleichzeitig berichtete Stockinger von zunehmendem Druck durch Eltern, die bessere Noten für ihre Kinder einfordern würden – teilweise auch mit Unterstützung von Anwälten. Aus seiner Sicht müssten zwar alle Kinder die gleichen Chancen erhalten, dennoch könne nicht jeder dieselben Leistungen erbringen.

System stößt an Grenzen

Sorgen bereitet dem Lehrervertreter auch die steigende Zahl an Schülern mit besonderem Förderbedarf. In Klassen mit bis zu 30 Kindern, ohne Zweitlehrer und mit zu wenig psychosozialem Unterstützungspersonal stoße das derzeitige System zunehmend an seine Grenzen.

Auch bei der Matura spricht sich Stockinger für strengere Regeln aus. Er würde die während der Corona-Pandemie eingeführte Anrechnung der Jahresnote bei der mündlichen Matura wieder abschaffen. Dadurch könnten Schüler mit einer ausreichend guten Jahresnote derzeit selbst dann bestehen, wenn sie bei der mündlichen Prüfung mit "Nicht genügend" beurteilt werden.

Kritisch sieht Stockinger außerdem Pläne zur Ausweitung der modularen Oberstufe. Sollte die Zahl der Wahlmöglichkeiten deutlich steigen, müsse darauf geachtet werden, dass das Niveau der Allgemeinbildung an den AHS erhalten bleibe. Aus seiner Sicht dürften Erleichterungen nicht dazu führen, dass der Wert der Matura und der Schulbildung insgesamt sinke.

{title && {title} } red, {title && {title} } 01.08.2026, 22:45