Mathe top, Deutsch flop

Volksschüler schwächeln beim Lesen und Schreiben

Ein großer Bildungsbericht sorgt für Aufregung. Österreichs Volksschüler schwächeln vor allem in Deutsch. Besonders deutlich wird dies in Wien.
Newsdesk Heute
10.03.2026, 13:18
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Zunächst einmal die gute Nachricht: Laut einer aktuellen Kompetenzmessung "iKMPLUS" sind die heimischen Volksschüler in allen erhobenen Bereichen besser als noch vor drei Jahren. Besonders in Mathematik waren die Ergebnisse ordentlich, in Deutsch sieht die Lage ganz anders aus.

Demnach erreichen bzw. übertreffen 84 Prozent unserer Volksschüler die Bildungsstandards in Mathematik. In Deutsch (Zuhören) schaffen dies 65 Prozent. Noch schwächer waren die Leistungen in Deutsch (Lesen) mit 59 Prozent und in Deutsch (Verfassen von Texten). Hier konnten nur 43 Prozent die Standards erreichen.

Sozioökonomische Ausgangslage ausschlaggebend

Besonders die sozioökonomische Ausgangslage (SÖL) einer Schule habe einen Einfluss auf die Leistungen der Schüler. So erreichen die Kinder in Bildungseinrichtungen der höchsten sozioökonomischen Ausgangslage zu 91 Prozent die Anforderungen in Mathematik und zu 70 Prozent in Deutsch (Lesen).

In Schulen der niedrigsten sozioökonomischen Ausgangslage sieht die Lage komplett anders aus. Dort schaffen nur 61 Prozent der Schüler die Standards in Mathematik. In Deutsch (Lesen) erreicht nur knapp über ein Viertel die Anforderungen. Dennoch wird betont, dass es auch Ausnahmen gibt.

Probleme bei Deutsch in Wien

Auch in den Bundesländern konnte man Unterschiede beobachten. Besonders Burgenland, Vorarlberg, Wien und Salzburg (bei Deutsch, Lesen) weichen demnach stark vom Österreich-Durchschnitt ab. Im Falle des Burgenlandes fielen die Ergebnisse besonders erfreulich aus. Die dortigen Volksschüler erzielten in allen Kompetenzbereichen die besten Leistungen. Sehr stark schnitten die Kinder dort in Mathematik ab. 91 Prozent schafften die Anforderungen, in Deutsch (Lesen) waren es 71 Prozent.

In Wien konnten hingegen nur 77 Prozent die Standards in Mathematik erfüllen. Düsterer sieht die Lage in Deutsch (Lesen) aus. Nicht einmal jeder zweite Volksschüler Wiens erreichte die Anforderungen (48 Prozent). Gleichzeitig wurde betont, dass 58 Prozent der Wiener Volksschulen den niedrigen SÖL-Kategorien angehören. Bei Schulen, die unter die höchsten SÖL-Kategorien fallen, erzielten die Wiener bedeutsam bessere Werte.

Großer Städtevergleich

Auch die Städte der Bundesländer wurden genauer unter die Lupe genommen. Hier zeigte sich, dass 9 von 20 analysierten Städten in Mathematik bedeutsam unter dem jeweiligen Bundeslandmittel lagen, in Deutsch (Lesen) waren es gar 12 von 20.

Wien, Klagenfurt, Dornbirn, Bregenz, Leonding, Baden und Krems lagen in Mathematik und Deutsch (Lesen) im oder über dem Mittelwert ihres Bundeslands. Klosterneuburg übertraf das Bundeslandmittel mit großem Abstand. Am weitesten fielen Wels und Traun hinter das Bundeslandmittel zurück.

In Mathematik erreichten die Städte Wels, Traun, Feldkirch, Innsbruck, Wiener Neustadt und Steyr die geringsten Mittelwerte, gefolgt von Bregenz und Wien. Die höchsten Werte schafften Klosterneuburg, Baden, Krems, Eisenstadt, Leonding und Klagenfurt. Ein ähnliches Bild zeigte sich in Deutsch (Lesen).

Das sagt der Bildungsminister

Laut Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) sei der Bildungsbericht ein massiver Fortschritt. Nun sei es entscheidend, diese Daten "auf allen Ebenen verantwortungsvoll" zu nutzen und konsequent zu reflektieren sowie sich "konsequent für eine kontinuierliche Verbesserung von Unterricht und Schule" einzusetzen.

Angesichts der Werte in Mathematik zeigte sich der Bildungsminister erfreut. Beim Lesen und Schreiben bestehe ein Aufholbedarf an sozioökonomisch benachteiligten Schulen. Für Wiederkehr sei dieser Bericht ein "klarer Arbeitsauftrag". In seinem bisherigen Kurs sehe sich der Bildungsminister bestätigt. Durch Maßnahmen wie gezielte Deutschförderung und der Einführung des Chancenbonus wolle man gegensteuern.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.03.2026, 13:18
Jetzt E-Paper lesen