Debatte in Bildungspolitik

Auffällige Kinder: Sonderschule statt Inklusionsklasse

Manche Kinder brauchen Extrahilfe, wenn es ums Lernen im Klassenzimmer geht. Eltern wünschen sich Sonderschulen, Lehrkräfte eine passende Ausbildung.
Victoria Carina  Frühwirth
29.01.2026, 07:00
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Die Frage, wie Kinder mit besonderem Förderbedarf künftig lernen sollen, rückt in Niederösterreich weiter in den Mittelpunkt. Zwei politische Initiativen stellen die Zukunft der Sonderschulen ins Zentrum der Debatte.

Eltern wünschen sich Sonderschulen

"Für uns ist klar: Sonderschulen müssen als Alternative zu Integrationsklassen erhalten bleiben", betont Klubobmann Hackl (VP). Er verweist auf die Bedeutung kleiner Klassen und spezialisierter Lehrkräfte: "Das ist auch der Wunsch vieler Eltern."

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Der Unterschied zwischen Integrationsklassen und Sonderschulen: Derzeit befinden sich Kinder mit erhöhtem Bewegungsdrang und Konzentrationsstörungen in "Integrationsklassen" mit Kindern, die sich gut konzentrieren können. Diese würden durch laute, aufgeweckte Kinder aus dem Unterricht herausgerissen und davon negativ beeinflusst werden, so die Sorge.

In einer Sonderschule würden Lehrkräfte künftig womöglich mit Zusatzausbildung den Unterricht auf verhaltensauffällige oder lernschwache Kindern abstimmen. Die Kinder würden mit dieser eigenen Schule aber strikt von "Normal-Lernern" getrennt werden, eine Durchmischung gibt es nicht.

VPNÖ-Klubobmann Kurt Hackl
VPNÖ-Landtagsklub

Auch der "NÖ Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerbund" (NÖAAB) argumentiert in eine ähnliche Richtung. "Die Sonderschulen leisten seit Jahren einen wesentlichen Beitrag zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen Lern- und Entwicklungsbedürfnissen", erklärt Katja Seitner, Geschäftsführerin des NÖAAB. Inklusion bedeute nicht Gleichmacherei, sondern Wahlfreiheit und passgenaue Angebote.

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Neuer Studiengang Sonderpädagogik

Einig sind sich Kurt Hackl und der NÖAAB bei der Ausbildung von Lehrkräften, die revolutioniert werden soll. Seit 2015 wird keine separate Ausbildung für Sonderschullehrer mehr angeboten. Stattdessen kann ein Schwerpunkt oder eine Spezialisierung im Bereich "Inklusion" gewählt werden.

Hackl kündigt an: "Deshalb werden wir im NÖ Landtag den Bund auffordern, einen eigenen Studiengang 'Sonderpädagogik' einzuführen." Seitner formuliert es ähnlich deutlich: "Wir sehen darüber hinaus unsere langjährige Forderung nach Erhalt der Sonderschulen bestätigt."

Als Argument nennt Hackl konkrete Zahlen. Im Schuljahr 2022/23 hätten rund 5.200 Schüler in Niederösterreich einen sonderpädagogischen Förderbedarf gehabt. Davon befanden sich 2.675 Kinder – also knapp die Hälfte – in einer Sonderschule.

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