Die Zahl der Suspendierungen an Österreichs Schulen explodiert. Ganze 2.187 Fälle hat es im Schuljahr 2024/25 gegeben. Zum Vergleich: Vor Corona waren es nur knapp 1.000. Besonders hoch ist die Quote an Mittelschulen (1.187 Fälle), wobei prozentuell gesehen die Sonderschulen mit ungefähr zwei Prozent den höchsten Anteil aufwiesen.
Die Gründe sind häufig Gewalt, Drohungen und Sachbeschädigungen, berichtet die "Krone". In solchen Fällen können Schülerinnen und Schüler bis zu vier Wochen vom Unterricht ausgeschlossen werden.
Laut Bildungspolitik und Schulverwaltung sind die steigenden Zahlen auf die gestiegene Sensibilität für das Thema, die Zunahme von psychischen Problemen und Krisen seit Corona sowie auf "Wiederholungstäter".
Das Bildungsministerium will nun dagegen mit einer Mischung aus Unterricht und begleitenden Maßnahmen. So sollen suspendierte Schüler ab dem Schuljahr 2026/27 eine verpflichtende Suspendierungsbegleitung erhalten. Pro Woche sollen sie bis zu zehn Stunden in psychosozialen Projekten in und auch außerhalb von Schulen verbringen. Um leichter wieder Anschluss an den Regelunterricht zu finden, müssen sie zudem zehn Unterrichtsstunden absolvieren.
Die geplante Tagesstruktur der Jugendlichen soll für "Reintegration" sorgen, meint Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos). Die Teenager sollen nicht mehr in Einkaufszentren und Parks abhängen, so der Bildungsminister.
Ihm zufolge werden die neuen Maßnahmen dazu führen, dass die Suspendierungen zurückgehen werden. Damit die Kinder und Jugendlichen "eine echte Chance auf ein selbstbestimmtes Leben haben", müssten sie bestmöglich bei der Rückkehr in den Regelunterricht unterstützt werden.