Der Iran-Krieg macht sich auch an Österreichs Zapfsäulen bemerkbar. Die Preise für Benzin und Diesel sind in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen.
Normaler Diesel überschritt am Wochenende sogar bereits die Marke von zwei Euro pro Liter – und das nicht an einer Autobahn-Tankstelle, sondern mitten in der Wiener Donaustadt.
Auch österreichweit zeigt sich ein deutlicher Anstieg. Super 95 kostet derzeit im bundesweiten Schnitt bereits 1,689 Euro pro Liter. Bei Diesel liegt der Medianpreis laut aktuellen Zahlen sogar bei 1,894 Euro pro Liter und ist damit besonders stark gestiegen.
Die steigenden Preise sorgen inzwischen auch für Spannungen innerhalb der Regierung. Grünen-Klubobfrau Leonore Gewessler kritisiert den öffentlichen Streit scharf und fordert rasche Maßnahmen.
"Die Regierung hat bei der Mitte der Bevölkerung schon viel gekürzt, die steigenden Preise belasten viele Menschen jetzt noch zusätzlich. In so einer Situation braucht es eine Regierung, die handelt und nicht eine, die sich öffentlich streitet. Gerade in Krisenzeiten verspielt man sonst Vertrauen", sagt Gewessler.
Die Grünen-Chefin verlangt zudem eine genaue Prüfung der aktuellen Preisanstiege. "Es ist mehr als fragwürdig, warum die Preise an den Tankstellen so schnell nach oben gehen. Der Treibstoff, der jetzt verkauft wird, wurde vielfach noch zu deutlich niedrigeren Preisen eingekauft. Für Krisengewinnler hat in diesem Land niemand Verständnis", so Gewessler.
Die aktuelle Entwicklung zeige laut Gewessler auch, wie stark Österreich weiterhin von fossilen Energieträgern abhängig sei: "Solange wir von importiertem Öl und Gas abhängig sind, machen uns internationale Krisen verwundbar. Die sicherste Energie ist die, die wir selbst erzeugen. Deshalb muss die Regierung den Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen und Öffis sowie E-Mobilität entschlossen vorantreiben. Das ist auch sicherheitspolitisch ein Gebot der Stunde. Da werden wir nicht lockerlassen."