"Mache keine Ausflüge mehr"

390-Euro-Rechnung für Schulausflug sorgt für Ärger

Für die Anreise zum Grazer Laufcup musste eine Schule 390 Euro für Öffi-Tickets bezahlen. Direktoren kritisieren die fehlende Freifahrt für Klassen.
André Wilding
08.06.2026, 12:19
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein Schulausflug innerhalb von Graz sorgt derzeit für Diskussionen. Weil Schülerinnen und Schüler samt Begleitpersonen mit den Öffis zu einer Veranstaltung fahren mussten, blieb die Rechnung am Ende an der Schule hängen – darüber berichtet die "Kleine Zeitung".

390 Euro kostete die Fahrt zum Laufcup der Stadt Graz. Bezahlen musste die Volksschule Gabelsberger die Tickets aus ihrem eigenen Budget. Für Direktor Bruno Leitner ein Zustand, der längst geändert werden sollte.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Das ärgert uns alle"

"Das ärgert uns alle", sagt Leitner gegenüber der Tageszeitung. Seit Jahren werde über eine Lösung gesprochen, passiert sei bislang aber nichts. Das Geld fehle an anderer Stelle. "Ich könnte das Geld sonst in Lehrmittel investieren", wird der Direktor in der "Kleinen Zeitung" zitiert.

Besonders problematisch sei, dass viele Schulen ohnehin nur über begrenzte finanzielle Mittel verfügen. Teilweise würden die Kosten deshalb an die Eltern weitergegeben. Das sei jedoch nicht für alle Familien leistbar.

Neben den Ausgaben kritisiert Leitner auch den organisatorischen Aufwand. Dieser führe dazu, dass manche Lehrer auf Ausflüge verzichten. "Wenn das so aufwendig ist und Kosten verursacht, mache ich eben keine Ausflüge mehr", sagt der Schulleiter der "Kleinen Zeitung".

Keine neue Debatte

Die Forderung der Schulen ist klar: Fahrten im Klassenverband innerhalb von Graz sollen kostenlos möglich sein.

Im Rathaus ist die Debatte nicht neu. Bereits im Vorjahr wurde ein entsprechender Antrag eingebracht. Ziel war es, kostenlose Öffi-Fahrten für Schulklassen innerhalb der Stadt zu ermöglichen.

Eine Umsetzung scheitert bislang jedoch an der Frage der Finanzierung. Laut Bildungsabteilung würden die Kosten rund 40.000 Euro betragen, wenn jede Klasse einmal pro Jahr eine solche Fahrt unternimmt.

Im Büro von Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) verweist man darauf, dass die Bildungsabteilung bislang nicht an die Holding oder den Verkehrsverbund herangetreten sei. Als mögliche Lösungen werden Verhandlungen mit dem Verkehrsverbund oder eine Finanzierung aus dem Bildungsbudget genannt.

"Kein Geld für die dringendsten Dinge"

Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) sieht dafür derzeit allerdings keinen Spielraum. "Wir haben jetzt schon kein Geld für die dringendsten Dinge im Schulbereich."

Gleichzeitig verweist er auf eine bereits umgesetzte Regelung für Kindergärten. "Vor Kurzem haben wir dasselbe Thema für Kindergärten gelöst. Die können als Gruppe jetzt kostenlos fahren, ohne dass ich aus dem Bildungsbudget etwas zusätzlich zahlen muss." Aus seiner Sicht sollte ein ähnliches Modell auch für Volksschulen möglich sein.

{title && {title} } wil, {title && {title} } 08.06.2026, 12:19
Jetzt E-Paper lesen