Internationaler Polit-Gipfel

Neuer Vorstoß – Klimaticket soll auch im Ausland gelten

Bei einem grünen, deutsch-österreichischen Polit-Gipfel in Salzburg wurde eine interessante Neuerung für das Klimaticket ins Spiel gebracht.
Leo Stempfl
17.05.2026, 08:42
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Trotz eines leichten Rückgangs aufgrund der starken Preiserhöhungen erfreut sich das Klimaticket in Österreich immer noch enormer Beliebtheit. 320.000 Österreicher haben die 1.400 Euro teure landesweite Variante, mit der man mit sämtlichen Zügen, Bussen und anderen Öffis unterwegs sein darf. Hinzu kommen noch etwa in der Ostregion 68.000 Menschen mit einem regionalen VOR-Klimaticket. Aktuell gibt es sogar eine Probier-Aktion (mehr dazu hier).

Aktuell darf man mit dem Klimaticket nur bis zur Grenze fahren – wobei viele nicht wissen, dass selbst manche Bahnhöfe im Ausland noch kostenlos inkludiert sind. Das gilt etwa für Passau oder Lindau (Deutschland), Tarvis und Innichen (Italien) oder Sopron (Ungarn). Auch Inhaber eines Deutschland-Tickets dürfen beispielsweise bis Salzburg oder Kufstein fahren.

Südschienentreffen in Salzburg

Diese Landesgrenzen sollen ganz im Sinne eines gemeinsamen Europas noch weiter verschwimmen – das finden zumindest die Teilnehmer des traditionellen "Südschienentreffens", das heuer erstmals in Salzburg stattfand. Teil nahmen daran Grünen-Mobilitätssprecher aus Bundestag, Nationalrat und diversen Landtagen Österreichs und Deutschlands.

"Gerade in Grenzregionen wie Salzburg spielen länderübergreifende Öffi-Angebote eine wichtige Rolle", so der GRÜNE Verkehrssprecher, Landtagsabgeordneter und Gastgeber Simon Heilig-Hofbauer. "Leider gibt es vor allem für Pendler:innen noch kaum praktikable grenzübergreifende Angebote. In Zeiten von Klimakrise und hohen Treibstoffpreisen braucht es hier endlich praxistaugliche Ticketing-Angebote."

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An EU-Vorstoß anknüpfen

Konkreter Vorschlag der Grünen-Politiker: Bereits bestehende Zeitkarten sollen grenzüberschreitend anerkannt werden. Das Deutschlandticket (63 Euro pro Monat, bundesweit im Nahverkehr gültig) sollte also in angrenzenden Regionen Österreichs gelten, im Gegenzug könnte das österreichische Klimaticket in den südlichen Landkreisen Bayerns und Baden-Württembergs anerkannt werden.

Die Teilnehmer des Grünen Gipfels. In der Mitte: Gastgeber Simon Heilig-Hofbauer.
Die Grünen Salzburg

Immerhin gab es erst diese Woche den neuen Vorstoß der EU-Kommission für leichtere grenzübergreifende Zugbuchungen im Fernverkehr. 70 Prozent der Passagierbeförderungen passieren aber im Nah- und Regionalverkehr. "Diese Verbindungen wollen wir in den Vordergrund rücken", so die GRÜNEN Verkehrspolitiker aus Österreich und Deutschland.

Pilotprojekte schon Realität

Einige kleinere Projekte dieser Art gibt es schon. In Baden-Württemberg und der französischen Region Grand-Est werden in den Sommerferien die jeweiligen Jugendtickets wechselseitig anerkannt. Und auch in Salzburg wird aktuell an gemeinsamen Verbundlösungen mit dem Berchtesgadener Land gearbeitet.

"Ein grenzübergreifendes Ticketing mit attraktiven Tarifen muss der neue Standard werden. In einem vereinten Europa dürfen Landesgrenzen kein Öffi-Hindernis mehr sein", so Heilig-Hofbauer abschließend.

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