Die Deutsche Bahn bekommt voraussichtlich ab 2028 Konkurrenz aus Italien. Der Hochgeschwindigkeitszugbetreiber Italo plant, mit modernen Zügen auf stark frequentierten Strecken ein neues Angebot zu schaffen.
Ziel ist es, den Wettbewerb zu erhöhen und die Ticketpreise für Reisende zu senken.
Luca Cordero di Montezemolo, früherer Chef von Ferrari und nun CEO von Italo, kündigte an, dass zunächst 30 Velaro-Züge von Siemens zum Einsatz kommen sollen.
Diese sollen unter anderem stündlich zwischen München, Köln und Dortmund sowie alle zwei Stunden zwischen München, Berlin und Hamburg unterwegs sein. Insgesamt sind 56 tägliche Verbindungen geplant.
Wie t-online.de berichtet, plant Italo für das Projekt Investitionen von rund 3,6 Milliarden Euro. Das Vorhaben soll über die deutsche Tochter Atrium SE abgewickelt werden.
Bis zu 7.500 Arbeitsplätze könnten laut Unternehmen entstehen, davon 2.500 im Betrieb und Service sowie mehr als 5.000 in der Industrie, vor allem in Nordrhein-Westfalen.
Montezemolo verweist auf Erfahrungen aus Italien, wo nach dem Markteintritt von Italo die Ticketpreise im Schnitt um 40 Prozent gefallen seien. Auch für Deutschland erwartet er einen ähnlichen Effekt: Mehr Wettbewerb soll die Preise senken und die Qualität verbessern.
Ob der Einstieg gelingt, hängt aber von regulatorischen Voraussetzungen ab. Italo fordert langfristige Vereinbarungen über die Nutzung der Bahntrassen mit Laufzeiten von bis zu 15 Jahren. Mobilitätsanbieter wie Flix haben bereits Einsprüche angekündigt, was zu Verzögerungen führen könnte.
Trotz der Herausforderungen zeigt sich Montezemolo optimistisch. Er betont, dass Italo langfristig in Deutschland investieren und den Fernverkehr stärken wolle. Voraussetzung sei jedoch, dass die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen den Markteintritt neuer Anbieter ermöglichen.