Der Wirbel um die geplanten Pensionseingriffe geht weiter. Die Regierung will Pensionen 2027 und 2028 aus Spargründen nicht um die volle Durchschnittsinflation anheben.
Geplant ist, dass die Erhöhung um ein Viertel Prozent geringer ausfällt. Bringen soll das 2027 fürs Budget rund 280 Millionen Euro, 2028 dann 270 Millionen – insgesamt also mehr als eine halbe Milliarde Euro.
Die konkrete Ausgestaltung der Pensionsanpassungen ist offen, im Gespräch sind Adaptionen mit und ohne soziale Staffelung. Erst kürzlich haben Pensionistenvertreter Gespräche darüber abgelehnt, man wolle die Pensionsanpassung für alle, betonte man.
Das gewerkschaftsnahe Momentum Institut hat sich für eine Staffelung ausgesprochen – laut einer Berechnung würden Pensionen unter 3.000 Euro um 3,3 Prozent erhöht. Pensionen über 3.000 Euro würden einen Festbetrag als Pensionserhöhung in Höhe von 99 Euro brutto erhalten. Auf 2027 gerechnet würde ihre Bruttopension um 1.386 Euro steigen.
Das Modell der sozialen Staffelung würde ca. 280 Millionen Euro Einsparung bringen – genau die Summe, die die Regierung erreichen möchte. Laut Momentum würden 82 Prozent der Pensionisten den vollen Teuerungsausgleich erhalten.
Anders würde die Lage ohne soziale Staffelung aussehen: In diesem Fall würden Mindestpensionisten 92 Euro brutto im kommenden Jahr verlieren – aufs Jahr gerechnet wären das 1.288 Euro. Das Momentum Institut rechnet mit einer Pensionsanpassung von 2,8 Prozent für alle – was um 0,5 Prozentpunkte unter der relevanten Teuerung von 3,3 Prozent liegt.
Eine Person mit 1.000 Euro bleibe dabei um 70 Euro hinter der Teuerung zurück, bei einer 5.000-Euro-Pension wären es 350 Euro. Ohne soziale Staffelung würden Verluste für Personen mit höherer Pension geringer ausfallen.
Autorin Miriam Frauenlob resümiert: "Sowohl der Mindestpensionist, der durchschnittliche Pensionist und die durchschnittliche Pensionistin steigen im Szenario mit sozial gestaffelter Pensionserhöhung besser aus." Eine Mindestpensionistin mit einer Bruttopension von 1.308 Euro im Monat würde mit sozialer Staffelung kommendes Jahr 91 Euro brutto mehr bekommen als ohne. Ein Durchschnittspensionist würde um 177 Euro besser aussteigen.
"Um die Wirtschaft zu stützen, ist eine soziale Staffelung besser. Pensionierte mit 4.000 oder 5.000 Euro Bruttopension legen einen größeren Teil der Pension aufs Sparbuch. Das sichert keine Arbeitsplätze. Pensionistinnen mit durchschnittlich 1.527 Euro Pension hingegen brauchen jeden Euro für ihre Lebenshaltungskosten", so Frauenlob abschließend.