Für tausende Schüler ist die Ferienzeit schon vorbei: Am Montag startete in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland die Sommerschule. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) besuchte zum Auftakt die Volksschule in der Julius-Meinl-Gasse in Wien-Ottakring.
Bis 4. September sollen dort Lernstoff wiederholt, Lücken geschlossen und Kinder auf das neue Schuljahr vorbereitet werden. Ab 31. August startet die Sommerschule dann auch in den übrigen Bundesländern, dort dauert sie bis 11. September.
Heuer gibt es eine entscheidende Neuerung: Außerordentliche Schüler – also solche gelten jene, die nicht genug Deutsch sprechen, um dem Unterricht folgen zu können – beziehungsweise Schüler aus Deutschförderklassen müssen erstmals verpflichtend an der Sommerschule teilnehmen.
Gleichzeitig wird der Schwerpunkt deutlich verschoben. Deutsch steht erstmals klar im Mittelpunkt. Vor allem Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sollen in den zwei Wochen sprachlich fitter für den Schulstart gemacht werden.
Wiederkehr spricht von einem "wichtigen Instrument", um Bildungschancen zu verbessern. Ziel sei, dass Schüler im Herbst besser mitkommen, Lehrkräfte verstehen und dem Unterricht folgen können.
Österreichweit gibt es heuer mehr als 58.500 Anmeldungen für die Sommerschule, das ist ein Rekord. Es sind rund 17.000 mehr als noch 2025. Das ist eben auch darauf zurückzuführen, dass die Teilnahme für Schüler mit starken Deutsch-Defiziten heuer erstmals verpflichtend ist.
Für den Unterricht stehen etwa 7.000 Lehrkräfte zur Verfügung. Auch dabei gibt es eine Neuerung: Erstmals werden neben bereits tätigen Pädagogen auch verstärkt Studierende eingesetzt.
Wiederkehr sieht den Rekord als Erfolg. Gleichzeitig räumt er ein, dass es bei vielen Kindern Aufholbedarf gebe – vor allem bei Grundkompetenzen. Bildungserfolg hänge in Österreich weiterhin stark von Herkunft und Einkommen der Eltern ab.
Ein zweites großes Schulthema sorgt derzeit besonders in Wien für viele Fragen: das neue Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren.
Es gilt allerdings noch nicht während der Sommerschule, sondern tritt erst mit dem regulären Schulstart in Kraft.