Entspannung bei Lehrermangel

136.300 Lehrer-Stunden offen – Minister optimistisch

Der Lehrermangel dürfte sich heuer entspannen. Zwei Drittel von den ausgeschriebenen Unterrichtsstunden sind fix oder vorläufig vergeben.
Newsdesk Heute
10.08.2026, 13:31
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Rund einen Monat vor dem Start ins neue Schuljahr laufen Österreichs Schulen bei der Personalsuche auf Hochtouren. Insgesamt waren knapp 136.300 Unterrichtsstunden ausgeschrieben – zwei Drittel davon sind laut Bildungsministerium bereits fix oder vorläufig vergeben.

Nach mehreren Jahren mit Lehrermangel in bestimmten Fächern und Regionen sieht Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) dennoch eine Entspannung. "Die aktuellen Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind", erklärte er.

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Die Besetzungsverfahren sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Ende April waren zunächst 96.900 offene Stunden ausgeschrieben. Durch Karenzen, Krankenstände und kurzfristige Versetzungen kamen weitere Ausschreibungen hinzu. Mittlerweile geht es um knapp 136.300 Stunden.

Rund 9.000 Posten ausgeschrieben

Umgerechnet entsprechen die offenen Stunden etwa 6.200 Vollzeitstellen. Werden Teilzeitposten und einzelne Unterrichtsstunden berücksichtigt, geht es insgesamt um rund 9.000 Stellen. Zum Vergleich: Österreichweit unterrichten mehr als 128.000 Lehrkräfte.

Gleichzeitig ist auch die Zahl der Bewerber gestiegen. Waren es im Frühjahr noch 12.900 Interessenten, sind es mittlerweile 18.400.

Die Situation unterscheidet sich allerdings stark nach Region, Schulart und Unterrichtsfach. Auf manche Ausschreibungen melden sich deutlich mehr Kandidaten als benötigt. Für andere Stellen gibt es nur wenige oder überhaupt keine Bewerbungen.

Jeder zehnte Bewerber ist Quereinsteiger

Etwa zehn Prozent der Bewerber sind Quereinsteiger. Sie verfügen über ein fachlich passendes Studium und entsprechende Berufserfahrung, absolvieren ihre pädagogische Ausbildung allerdings erst berufsbegleitend.

Sechs Wochen vor Schulbeginn waren laut Ministerium zwei Drittel der ausgeschriebenen Stunden fix oder vorläufig vergeben. Beim restlichen Drittel lief die Suche beziehungsweise das Bewerbungsverfahren noch. Das Bildungsressort rechnet damit, dass bis zum Schulstart weitere Stellen besetzt werden.

Vorarlberg sucht besonders viele Lehrer

Die größten Unterschiede zeigen sich zwischen den Bundesländern. Die meisten Stunden wurden mit rund 35.000 erneut in Wien ausgeschrieben. Mit Stand 22. Juli waren davon 66 Prozent fix oder vorläufig vergeben.

Deutlich schwieriger ist die Situation in Vorarlberg. Dort waren von 12.700 ausgeschriebenen Stunden erst 43 Prozent zugewiesen. Das Bundesland kämpft wegen seiner Nähe zur Schweiz traditionell mit Schwierigkeiten bei der Lehrersuche.

In Oberösterreich waren von 22.900 Stunden 50 Prozent vergeben, im Burgenland von 3.700 Stunden rund 60 Prozent. Besser sah es in Niederösterreich mit 77 Prozent und Salzburg mit 75 Prozent aus. Tirol erreichte 80 Prozent, Kärnten 83 und die Steiermark 85 Prozent.

Bei den direkt vom Bildungsministerium verwalteten Zentrallehranstalten und Praxisschulen waren bereits 86 Prozent der ausgeschriebenen Stunden besetzt.

Überstunden sollen Lücken schließen

Dass zum Schulbeginn trotzdem einzelne Stellen unbesetzt bleiben, wäre nicht neu. In den vergangenen Jahren waren im September noch zwischen 100 und knapp 300 Stellen offen.

Solche Lücken werden unter anderem durch Mehrdienstleistungen bestehender Lehrer geschlossen. Im Schuljahr 2023/24 entsprachen diese Überstunden insgesamt rund 7.000 Vollzeitstellen.

Zusätzlich kommen Lehramtsstudierende, Beschäftigte mit Sonderverträgen und seit 2022 auch Quereinsteiger zum Einsatz. Besonders an Mittelschulen werden zudem Lehrer teilweise in Fächern eingesetzt, für die sie ursprünglich nicht ausgebildet wurden.

Nur 44 Prozent fertig ausgebildete Lehrer

Bei den Neueinstellungen im vergangenen Schuljahr hatten 44 Prozent der neuen Lehrkräfte mindestens einen Bachelorabschluss in einem Lehramtsstudium. Weitere zwölf Prozent waren Quereinsteiger, 27 Prozent befanden sich noch in Ausbildung. Der Rest wurde über andere Sonderverträge beschäftigt.

Wiederkehr sieht den Quereinstieg grundsätzlich als Bereicherung, möchte den Einsatz von Sonderverträgen aber deutlich reduzieren. Bis 2030 sollen 80 Prozent aller neu eingestellten Lehrkräfte entweder ausgebildete Pädagogen oder zertifizierte Quereinsteiger sein.

Der Bildungsminister sieht die aktuelle Entwicklung positiv. Das Interesse am Lehrerberuf steige und offene Stellen würden schneller besetzt. "Unser Ziel bleibt klar: Jede Klasse soll von qualifizierten Pädagoginnen und Pädagogen unterrichtet werden", betonte Wiederkehr.

{title && {title} } red, {title && {title} } 10.08.2026, 13:31