Die größte Hitze des Sommers ist zwar vorbei. Die Aktivisten von Fridays for Future wollen der Regierung aber trotzdem einen heißen Herbst bereiten. Ihr Zorn richtet sich gegen das neue Klimagesetz.
Mit diesem Gesetz soll ja Österreich wie berichtet bis 2040 klimaneutral werden. Dieses Ziel stößt in der ÖVP aber dem Wirtschaftsflügel sauer auf. Trotzdem hat die Regierung das Gesetz am vergangenen Freitag präsentiert.
Für Fridays for Future handelt es sich dabei aber nur um eine "schwache Einigung". Aufgrund dessen und wegen der extremen Hitze und Dürreperioden dieses Sommers rufen die Aktivisten zum Klimastreik im Herbst auf. Die Einigung zum Klimagesetz sei nur ein "Zwischenschritt, der unzulänglich bleibt, wenn Maßnahmen nicht verbindlich gesetzt werden". Die Handschrift der Industriellenvereinigung und der Wirtschaftskammer in den Verhandlungen trage Realitätsverweigerung in sich, so die Kritik.
Die Konsequenzen der Hitze und Dürre der vergangenen Wochen würden noch weit in den Herbst hinein spürbar sein. So wie auch Grünen-Chefin Leonore Gewessler warnen die "Fridays" davor, dass es einer der kühlsten Sommer unserer Zukunft gewesen sein wird. Nur in der Politik sei diese Dringlichkeit noch immer nicht ausreichend angekommen.
"Von allem, was wir bisher wissen, ist dieses Gesetz viel zu schwach für die aktuelle Klimakrisenrealität. Es ist ein nettes Bekenntnis, das nicht greifen wird, wenn keine Sanktionsmechanismen enthalten sind", kritisiert Laila Kriechbaum, Sprecherin von Fridays for Future. "Wir setzen doch auch kein Tempolimit und lächeln nur nett, wenn jemand zu schnell fährt. Es braucht entsprechende Konsequenzen, das ist doch klar."
Besonders in der Kritik steht die ÖVP: "Dass sich die ÖVP in den Verhandlungen zuletzt als Marionette von Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer querstellte, ist ein gefährliches Symptom einer Ideologie, die weit entfernt von jeglicher Realität erzählt wird", so Kriechbaum.
„30.000 Hitzetote in Europa sind 30.000 zu viel.“Laila KriechbaumSprecherin Fridays for Future
"Wenn Menschen den Hitzetod sterben, Ernten an der Dürre eingehen und Heimaten von Extremwettern weggespült werden, muss die politische Antwort verbindlich, ambitioniert und einig sein", fordert die Aktivistin. "Davon sehen wir gerade zu wenig. 30.000 zusätzliche Todesopfer in Europa allein durch die Hitze, das sind 30.000 zu viel. Landwirtschaftsschäden von mindestens einer Milliarde, das sind eine Milliarde zu viel. Wen vertritt diese politische Zöger-Haltung eigentlich?" fragt Kriechbaum.
Es gibt auch schon einen konkreten Termin für den Klimastreik. Am 16. Oktober wollen die Aktivisten in mehreren österreichischen Städten auf die Straße gehen. In Wien soll es sogar einen Großstreik geben. Die Forderung dahinter: "Politische Einigung muss sich endlich an der Realität von Mensch und Klima orientieren."