Zurück nach ein paar Tagen Auszeit in Kärnten gibt SPÖ-Klubchef Philip Kucher Gas: Aufgrund der anhaltend hohen Preise an den Zapfsäulen soll die Spritpreisbremse im Herbst verlängert werden.
Im großen "Heute"-Interview (Video in voller Länge als Video oben) sprach der rote Grande über einen übernommenen Schuldenberg, schlechte Umfragen und seinen Kärntner Landsmann Herbert Kickl. Kucher über:
"Die bittersten Zeiten für Autofahrer dürfen nicht die besten Zeiten für die Ölkonzerne werden. Deshalb ist es notwendig, dieses Krisenbekämpfungsinstrument jedenfalls weiterzuführen."
"Ich bin dafür, dass wir die Gewinnmargen der Öl-Konzerne wieder begrenzen. Also ein Abschlag um fünf Cent."
"Ich bin davon überzeugt, dass er Fakten gegenüber aufgeschlossen ist."
"So lange es die Krise gibt, müssen wir dagegen ankämpfen. Wir dürfen nicht die Fehler der Vorgänger-Regierung wiederholen und die Preise durchrauschen lassen."
„Wir haben 23 Milliarden Euro Miese übernommen. Herbert Kickl war zu feig, Verantwortung zu übernehmen.“Philip KucherSPÖ-Klubobmann
"Die Situation ist uns bewusst – und auch, dass jene, die Hilfe brauchen, auch Hilfe bekommen müssen. Ein "Koste es, was es wolle" wie in der Vergangenheit kann es nicht spielen. Alle Maßnahmen brauchen eine Gegenfinanzierung. Förderungen müssen auch gerecht umgesetzt werden. Es kann nämlich auch nicht sein, dass die, die sich gegen Hitzeschäden versichert haben, am Ende die Dummen sind."
"Wir bleiben auch bei der Bekämpfung der Ursachen dran. Herr Kickl hat jahrelang den Klimawandel geleugnet, zum Schluss jetzt sogar die Hitze. Leugnet er irgendwann auch, dass es den August und vier Jahreszeiten gibt?"
"Es ist nicht einfach, auch für die Sozialdemokratie nicht. Wir haben 23 Milliarden Euro Miese übernommen. Dieses Budgetdesaster können wir nicht wegzaubern. Herbert Kickl war zu feig, Verantwortung zu übernehmen."
"Wir werden es definitiv anders machen als die Grünen und nicht fünf Jahre lang still danebensitzen und auf ein Klimagesetz warten."
"Ist selbstverständlich Arbeit. Für mich ist es schon immer ein Wahnsinn, dass Frauen für die gleiche Tätigkeit noch immer weniger Geld bekommen."
"Pay or Wait – zahlen oder warten: Die Zwei-Klassen-Medizin hat sich in den letzten Jahren verschärft. Man kann leider nicht innerhalb von wenigen Tagen und Wochen wieder reparieren, was andere über Jahre kaputt gemacht haben. Der erste Schritt war, dass wir 500 Millionen Euro zusätzliches Geld in die Hand nehmen, um das Gesundheitssystem zu stabilisieren. Jetzt müssen wir alles dafür tun, dass Menschen, die krank sind, nicht wochen- und monatelang auf Operationen oder Arzttermine warten müssen, sondern in einem vernünftigen Zeitraum wieder Termine bekommen."
"Das darf nicht nur eine Überschrift bleiben, dass Politiker sagen: 'Machen wir es attraktiver' und dann müssen junge Männer dreimal am Tag den Hof zusammenkehren oder in der Schreibstube sitzen."
"Ich bin persönlich keine Sekunde bereit, ein Sittenbild zu verteidigen, das nicht in Ordnung ist im ORF. Was Medien und Politik miteinander verbindet, ist, dass Vertrauen die allerwichtigste Währung ist. Deswegen braucht es hier auch ganz, ganz strenge Regeln, die wirklich für alle gelten."