Eine neue Phishing-Welle rollt durch Österreich. Diesmal nutzen Kriminelle die Familienbeihilfe als Köder. In gefälschten Mails im Namen des Finanzministeriums wird behauptet, dass es Probleme bei der Auszahlung gegeben habe.
Der angebliche Grund: Persönliche Daten seien missbraucht und damit staatliche Unterstützungsleistungen unrechtmäßig beantragt oder auf fremde Konten umgeleitet worden. Damit künftige Überweisungen nicht gefährdet seien, sollen Empfänger ihre Daten bis Ende der laufenden Woche überprüfen.
In der Mail befindet sich ein Link mit der Aufforderung "Jetzt Daten überprüfen und sichern". Wer darauf klickt, landet auf einem gefälschten Portal.
Dort werden zunächst persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und Wohnadresse abgefragt. Danach sollen Nutzer ihre Bank auswählen.
Anschließend öffnet sich ein gefälschtes Onlinebanking-Fenster, das dem echten Portal der jeweiligen Bank täuschend ähnlich sieht. Dort sollen Benutzername und Passwort eingegeben werden – und schon haben die Betrüger Zugang zum Onlinebanking ihrer Opfer.
Auch Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) warnt aktuell via Instagram vor betrügerischen Mails zur Familienbeihilfe.
Auch wenn als Absender der Mail "Bundesministerium Finanzen" aufscheint, stammen die Nachrichten tatsächlich von fremden Mailadressen. Gemeldet wurden etwa Adressen von gehackten Unternehmensservern.
Auch die Internetadresse des Fake-Portals hat nichts mit dem Finanzministerium zu tun. Besonders auffällig: Die verwendete Domain wurde erst am 18. August registriert.
Ein weiteres Warnsignal ist der Zeitdruck, erklärt "Watchlist-Internet". In den Mails heißt es sinngemäß, die Daten müssten bis Ende der Woche bestätigt werden. Damit sollen Empfänger zu schnellen und unüberlegten Klicks gedrängt werden.
Wer prüfen möchte, ob tatsächlich eine Nachricht von FinanzOnline vorliegt, sollte niemals über einen Link in einer Mail einsteigen. Stattdessen gilt: Die offizielle Seite selbst aufrufen und sich dort einloggen.
Öffentliche Stellen verschicken keine dubiosen Links, über die Bankdaten oder Onlinebanking-Zugänge eingegeben werden sollen.
Die Familienbeihilfe ist diesmal nur der Köder. Wer eine solche Mail bekommt, sollte keinen Link anklicken und sich ausschließlich direkt über FinanzOnline einloggen.
Wer auf die Phishing-Seite hereingefallen ist, sollte sofort seine Bank kontaktieren. Auch das Onlinebanking-Passwort sollte, wenn möglich, umgehend geändert werden.
Danach gilt es, das Konto genau zu beobachten. Bei ungewöhnlichen Abbuchungen sollte sofort wieder die Bank verständigt werden. Zusätzlich ist eine Anzeige bei der Polizei ratsam.
Besonders perfide: Nach solchen Fällen melden sich manchmal angebliche Bankmitarbeiter und versprechen, verlorenes Geld zurückzuholen. Tatsächlich handelt es sich dabei oft um die nächste Betrugsmasche.