Statistik enthüllt

62 Prozent der Vorschüler brauchen Deutschförderung

Viele Kinder starten in Österreich mit wenig Deutschkenntnissen in die Schule. Doch viele schaffen rasch den Sprung in den Regelunterricht.
Newsdesk Heute
01.05.2026, 20:38
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Viele Kinder in Österreich starten ohne ausreichende Deutschkenntnisse in die Schule – doch ein Großteil holt rasch auf.

Im Schuljahr 2022/23 haben knapp 14.000 Kinder erstmals eine Deutschförderklasse besucht. Diese separaten Klassen gibt es seit 2018/19 für Schüler mit Problemen in der Unterrichtssprache. Voraussetzung ist ein entsprechendes Ergebnis beim Test MIKA-D sowie eine Mindestanzahl von acht betroffenen Kindern pro Standort.

Die betroffenen Kinder erhalten dort bis zu zwei Jahre lang intensive Förderung – maximal 20 Stunden pro Woche. Nur einzelne Fächer wie Sport, Musik oder Werken besuchen sie gemeinsam mit ihrer Stammklasse. Ihre Sprachkenntnisse werden regelmäßig überprüft.

Viele wechseln rasch ins Regelsystem

Eine aktuelle Auswertung der Statistik Austria zeigt nun, wie schnell der Umstieg gelingt. Nach einem halben Jahr befanden sich noch rund zwei Drittel der Kinder in der Deutschförderklasse. Ein Viertel konnte bereits in die Regelklasse wechseln, benötigte aber weiterhin Unterstützung in Form eines Deutschförderkurses. Sechs Prozent kamen sogar ganz ohne zusätzliche Förderung aus.

Nach einem Jahr sank der Anteil in den Deutschförderklassen deutlich auf ein Drittel. 43 Prozent besuchten zu diesem Zeitpunkt einen begleitenden Förderkurs, während 13 Prozent gar keine Unterstützung mehr brauchten. Knapp jeder zehnte Schüler war nicht mehr in Österreich.

Nach eineinhalb Jahren reduzierte sich der Anteil weiter: Nur noch zwölf Prozent waren in einer eigenen Förderklasse, 35 Prozent in einem Kurs. Gleichzeitig benötigten bereits 44 Prozent keine Deutschförderung mehr.

Förderung endet nach zwei Jahren

Spätestens nach zwei Jahren endet der Status als außerordentliche Schülerin oder außerordentlicher Schüler automatisch. Damit fallen auch Deutschförderklassen und -kurse weg.

Insgesamt erhalten aktuell rund elf Prozent der Volksschulkinder in Österreich eine Form der Deutschförderung – etwa zur Hälfte in separaten Klassen, zur Hälfte in begleitenden Kursen. Besonders hoch ist der Anteil in Vorschulklassen mit 62 Prozent sowie in der ersten Schulstufe mit 23 Prozent. In höheren Klassen nimmt er deutlich ab.

Wien: Jedes 6. Kind erhält Deutschförderung

Je nach Wohnort zeigen sich deutliche Unterschiede: In Städten liegt der Anteil der Kinder mit Förderbedarf bei 14 Prozent. In kleineren Städten und Vororten sind es knapp sieben Prozent, in ländlichen Regionen nur rund drei Prozent.

Auch zwischen den Bundesländern gibt es Unterschiede. In Wien erhält knapp jedes sechste Kind in einer Pflichtschule Deutschförderung. In Oberösterreich liegt der Anteil bei 7,5 Prozent, in der Steiermark und in Vorarlberg jeweils bei etwas über sechs Prozent. Am niedrigsten ist er im Burgenland mit unter vier Prozent.

Änderungen geplant

Im Jahresvergleich ist die Zahl der außerordentlichen Schüler zuletzt zurückgegangen. Ihren Höchststand erreichte sie nach der Ankunft vieler Flüchtlingskinder aus der Ukraine. Seither sinkt die Zahl jener Kinder, die zu Beginn nicht ausreichend Deutsch sprechen.

Für die Zukunft ist eine Reform geplant: Ab dem kommenden Schuljahr sollen Schulen flexibler entscheiden können, wie sie die Deutschförderung organisieren. Separate Klassen oder Gruppen könnten dann durch alternative Konzepte ersetzt werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 01.05.2026, 20:38
Jetzt E-Paper lesen