Hotspot St. Pölten

Immer mehr Kinder in NÖ benötigen Deutschförderung

Die jüngste Erhebung zur Sprachkompetenz von Kindern in NÖ zeigt deutlichen Förderbedarf in Volksschulen des Bundeslandes – ein Überblick.
Niederösterreich Heute
06.02.2026, 14:50
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Wenn Kinder Schwierigkeiten haben, auf einem Wimmelbild Dinge zu benennen oder die richtigen Sätze zu einer Bildgeschichte zusammenzusetzen, dann ist das, laut Experten, ein deutliches Indiz für den Förderbedarf dieser Kinder hinsichtlich ihrer Sprachkompetenzen.

Betrifft 7 Prozent in NÖ

Das kann unterschiedliche Gründe haben, grundsätzlich gilt jedoch in Österreich: wenn Kinder Probleme beim Spracherwerb haben, kommen sie in Deutschförderklassen oder besuchen zusätzlich zum Unterricht einen Förderkurs. In Niederösterreich betrifft das weniger als ein Zehntel aller Kinder, unabhängig von der Herkunft. Das sind knapp sieben Prozent aller Kinder im Volksschulalter, wie die Daten der Statistik Austria zeigen.

Hotspots in NÖ

Dennoch gibt es Hotspots des Förderbedarfs in Niederösterreich: In St. Pölten konnten ganze 16 Prozent der Kinder dem Regelunterricht nicht folgen, weil ihr Deutsch zu schlecht war. In Wiener Neustadt lag im Vorjahr der Anteil der Volksschüler mit Förderbedarf bei 15 Prozent.

Der höchste Anteil förderbedürftiger Volksschulkinder wurde jedoch im oberösterreichischen Wels registriert: Dort mussten mehr als 25 Prozent der Volksschulkinder wegen Schwierigkeiten mit der Unterrichtssprache eine Deutschförderklasse besuchen.

Sowohl in Niederösterreich als auch in Oberösterreich regiert die ÖVP. Und auch auf Bundesebene leite die ÖVP fast durchgehend die Bildungsagenden des Landes. Aus dem Büro von Niederösterreichs ÖVP-Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister heißt es, dass es in Niederösterreich "die drittwenigsten außerordentlichen Schülerinnen und Schüler im Bundesvergleich" gibt.

Faktor Ukraine-Krieg

Blickt man auf die letzten fünf Jahre zurück, ist in Niederösterreich die Zahl außerordentlicher Schülerinnen und Schüler in den Volksschulen gestiegen. Laut Statistik ist das auch in den restlichen Bundesländern so. Dabei fand der größte Sprung in den Schuljahren 2021/22 und 2022/23 – kurz gesagt nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Als Folge der Flucht von Menschen aus den Kriegsgebieten gibt es heute mehr außerordentliche Schülerinnen und Schüler.

Teschl-Hofmeister betont, dass der Bund für die Lehr- und Förderpläne zuständig sei und nicht lockerlassen dürfe: "Der Bund ist aufgefordert, wirksame Maßnahmen umzusetzen." Ein Beispiel dafür sei das zweite verpflichtende Kindergartenjahr.

Halbjährliche Tests

Ob ein Kind Förderbedarf hat, wird meistens bei der Einschulung festgestellt. Deshalb konzentriert sich die Zahl der förderbedürftigen Schülerinnen und Schüler vor allem auf die ersten Volksschulklassen.

Getestet wird das mit dem sogenannten "MIKA-D"-Test – dem "Messinstrument zur Kompetenzanalyse Deutsch". Dieser Test wurde 2019 eingeführt und wird jedes halbe Jahr durchgeführt. Aus Wissenschaft und Praxis gibt es aber anhaltende Kritik an diesem Test. Für den Herbst sind Neuerungen angekündigt, damit der Test treffsicherer wird.

{title && {title} } red, {title && {title} } 06.02.2026, 14:50
Jetzt E-Paper lesen