Kompetenztests starten

Heute geht's los – großer Wirbel um Wiener Schultests

Bei dem Start der Kompetenztests in Wiens Volksschulen geht es nicht nur um Leistungen – auch die geplante Veröffentlichung von Daten sorgt für Zwist.
Wien Heute
20.04.2026, 09:18
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In Wiens Volksschulen beginnen heute wieder die individuellen Kompetenzmessungen (iKM). Die Tests gelten heuer als besonders brisant: Zuletzt lagen die Ergebnisse der Wiener Schulen unter jenen aus den Bundesländern – und im Herbst sollen erstmals standortbezogene Daten öffentlich gemacht werden, berichtet der "ORF".

Wien hinkt im Fach Deutsch nach

Bereits vergangene Woche wurden die Testunterlagen versiegelt an die Schulen geliefert. Nun werden sie geöffnet. Schüler der dritten und vierten Klassen stellen dabei ihr Können in Deutsch und Mathematik unter Beweis.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen: In Wien ist der Anteil jener Kinder, die die Bildungsstandards nicht erreichen, höher als im Rest Österreichs – besonders im Fach Deutsch. Beim Lesen verfehlten österreichweit rund 15 Prozent die Vorgaben, in Wien lag dieser Wert bei 23 Prozent. Ähnliche Tendenzen zeigten sich auch beim Zuhören und Schreiben. Gleichzeitig wurde in der Auswertung betont, dass viele Wiener Schulen mit schwierigen sozioökonomischen Rahmenbedingungen konfrontiert sind, was sich auf den Durchschnitt auswirkt.

Daten sollen Debatte anstoßen

Bislang blieben die Einzelergebnisse unter Verschluss. Das soll sich ändern: Ab Herbst ist geplant, die Daten einzelner Schulstandorte zu veröffentlichen. Diese sollen auch Grundlage für künftige Schulrankings sein.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) spricht von einem notwendigen Wandel. Ziel sei es, dass Schulen voneinander lernen und sich weiterentwickeln können. Gleichzeitig soll eine "auf Daten basierende Debatte über das Schulsystem" entstehen und Eltern bei der Schulwahl unterstützen.

Gewerkschaft schlägt Alarm

Ein klassisches Ranking will das Ministerium laut eigenen Angaben jedoch nicht erstellen. Stattdessen sollen die Zahlen immer im richtigen Zusammenhang dargestellt werden. Vergleiche sollen nur zwischen Schulen mit ähnlichen Voraussetzungen erfolgen. Faktoren wie sozialer Hintergrund, wirtschaftliche Lage oder Sprachumfeld der Kinder sollen dabei berücksichtigt werden, da sie nicht im Einflussbereich der Schulen liegen.

Die Pläne stoßen jedoch nicht überall auf Zustimmung. Die Lehrergewerkschaft kritisiert vor allem die geplante Veröffentlichung der Daten. Man sei ursprünglich davon ausgegangen, dass die Ergebnisse ausschließlich intern zur Qualitätssicherung genutzt werden.

"Mehr verunsichern als unterstützen"

Zudem zweifeln die Vertreter die Vergleichbarkeit der Daten an. Schule lasse sich nicht allein über Testergebnisse abbilden, heißt es. Aspekte, die für Eltern ebenfalls entscheidend seien – etwa das pädagogische Konzept oder Betreuungsangebote – würden in den Zahlen nicht berücksichtigt.

Aus Sicht der Gewerkschaft besteht daher die Gefahr, dass ein verzerrtes Bild entsteht. Die Veröffentlichung könnte Eltern im schlimmsten Fall mehr verunsichern als unterstützen.

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