Vom ÖAMTC geprüft

Kinderräder im Test – nur ein Modell fällt klar durch

Der ÖAMTC prüft 14 Kinder- und Jugendfahrräder – die meisten überzeugen, doch ein Modell fällt wegen Schadstoffen komplett durch.
Jochen Dobnik
18.04.2026, 22:45
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Rechtzeitig zum Beginn der Drahtesel-Saison hat der ÖAMTC und seine Partnerorganisationen 14 Kinder- und Jugendfahrräder in der 24-Zoll-Klasse genau unter die Lupe genommen. Bewertet wurden unter anderem Handhabung, Fahreigenschaften, Sicherheit, Verarbeitung und mögliche Schadstoffbelastungen.

Das Ergebnis fällt insgesamt positiv aus: Elf Fahrräder schnitten mit "gut" ab, zwei erhielten ein "befriedigend" – ein Modell fiel allerdings klar durch.

An die Spitze des Rankings setzte sich das "Woom Explore 5". Laut ÖAMTC-Technikexperte Dominik Darnhofer überzeugte es in allen Hauptkategorien. Besonders hervorzuheben: Es ist das einzige getestete Rad mit Scheibenbremsen und blieb zudem vollständig frei von Schadstoffen.

Mit Schadstoffen durchgefallen

Ganz anders das Schlusslicht im Test, das "Bikestar Jugend Fahrrad Leicht 24 Zoll 8 Gang". In dessen Griffen wurden gesundheitsschädliche polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nachgewiesen, darunter auch das stark krebserregende Benzo[a]pyren. Entsprechend lautete das Gesamturteil hier "nicht genügend".

Auch bei Bremsen, Fahrverhalten und Ausstattung zeigten sich bei mehreren Modellen Schwächen. So unterschritt etwa ein Fahrrad von Decathlon/B’Twin bei Nässe die geforderte Bremsleistung. "Gefahrenbremsungen sind damit deutlich verzögert möglich – das kann im Ernstfall kritisch werden", warnt Darnhofer. Die besten Bremswerte lieferten hingegen Modelle von KTM und Winora.

Beim Fahrverhalten fiel insbesondere das Puky LS-Pro 24-8 negativ auf, da die Pedale in Kurvenlage den Boden berühren können.

14 Kinder- und Jugendfahrräder in der 24-Zoll-Klasse wurden von kleinen und großen Experten getestet. Die getesteten Modelle lagen preislich zwischen 268 und 808 Euro.
ÖAMTC/Ralph Wagner

Zusätzlich wurde bei einigen Rädern eine unvollständige Ausstattung bemängelt: Teilweise fehlen gesetzlich vorgeschriebene Reflektoren oder eine ausreichende Beleuchtung. Auch das Gewicht und die maximale Belastbarkeit geben Anlass zur Kritik. Einige Modelle bieten für Kinder im typischen Alter von rund elf Jahren kaum Reserven für zusätzliches Gepäck.

Ein weiteres Problem zeigte sich bei mehreren Fahrrädern durch ungünstig platzierte Seitenständer. Diese können beim Zurückschieben mit den Pedalen kollidieren und das Anfahren erschweren.

Der ÖAMTC fordert daher klare Verbesserungen seitens der Hersteller: keine gesundheitsschädlichen Stoffe in Griffen und Sätteln, moderne und zuverlässige Bremsen sowie eine vollständige, gesetzeskonforme Ausstattung bereits ab Werk. Auch das maximal zulässige Gesamtgewicht sollte künftig direkt am Fahrrad ersichtlich sein.

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