Pünktlich zum Frühlingsbeginn und kurz vor Ostern, wenn Kinderfahrräder besonders gefragt sind, sorgt ein aktueller Test des Verein für Konsumenteninformation (VKI) für Aufsehen. Insgesamt wurden elf 14-Zoll-Kinderfahrräder für Drei- bis Fünfjährige von Marken wie Bulls, Cube, Decathlon, Puky, Early Rider oder Woom, deren Preisspanne von 115 bis 533 Euro reicht, unter die Lupe genommen – mit ernüchterndem Ergebnis: Nur ein einziges Modell erhielt die Note "gut".
Das Woom Go 2 "ist eines der leichtesten Räder im Testfeld (5,4 Kilogramm), ist gut zu fahren, sehr sicher, schadstofffrei und haltbar", lautet das Urteil der Experten. Die einzige Schwäche, die erwähnt wird, ist der Preis: "Mit 430 Euro ist es nach dem Early Rider das zweitteuerste Modell im Testfeld."
Fünf der elf getesteten Fahrräder wurden als "nicht zufriedenstellend" eingestuft – hauptsächlich wegen sicherheitsrelevanter Mängel. Bei den getesteten Modellen von Academy, Bachtenkirch, Bikestar und Cube war die Vorderbremse zu stark eingestellt. Das führte im Praxistest dazu, dass Kinder beim Bremsen die Kontrolle verloren und über den Lenker stürzten. Glücklicherweise blieben die kleinen Testfahrer – auch dank Helm – unverletzt.
Das Rad von Dino Bikes fiel aufgrund einer zu schwachen Hinterbremse durch. Zudem brach beim Belastungstest der Gabelschaft. Das ist das senkrechte Rohr, das die Fahrradgabel mit dem Lenker verbindet.
Neben sicherheitstechnischen Mängeln wurden auch gesundheitlich bedenkliche Stoffe gefunden. In den Sätteln von Academy, Bulls, Cube und Puky wurde Benzo(ghi)perylen nachgewiesen. Dabei handelt es sich um einen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoff (PAK), der im Verdacht steht, erbgutverändernd zu wirken.
Im Sattel von Bikestar wurden wiederum hohe Mengen des Weichmachers DPHP nachgewiesen. Dieser Weichmacher ist zwar nicht verboten, in Kinderprodukten sollte aber laut Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) darauf verzichtet werden. DPHP schädigte im Tierversuch Schilddrüse und Hirnanhangdrüse.
Der VKI empfiehlt Eltern, beim Kauf besonders auf die richtige Größe zu achten. Wichtig ist, dass Kinder im Sitzen mit den Fußspitzen sicher den Boden erreichen. Zudem sollte das Fahrrad genügend Spielraum für Wachstum bieten – hier gab es im Test deutliche Unterschiede.