Das sorgt für Aufsehen: Eine Lehrerin berichtet, dass schon bald mehr als ein Drittel ihrer Klasse aus Kindern besteht, die mindestens einmal durchgefallen sind. Es handelt sich hier um eine Volksschulklasse!
Die Zahlen schockieren: In Wien kann jeder zweite Erstklässler nicht gut genug Deutsch, um dem Unterricht zu folgen. "Heute" hat mit einer äußerst engagierten Pädagogin einer sogenannten "Brennpunktschule" gesprochen, hier werden Bildungsstatistiken zu menschlichen Schicksalen.
Die 24-Jährige (sie will anonym bleiben) erzählt: "In meiner dritten Klasse hat niemand Deutsch als Muttersprache, drei Viertel der Kinder sprechen fast nur Arabisch." Das sei an sich kein Problem, versichert die Lehrerin, "aber während ich versuche, den Unterricht auf Deutsch zu halten, sprechen sie nur in ihrer Sprache."
Die meisten Kinder wurden in Österreich geboren, doch "sie können kaum Deutsch, den Kindern wird zu Hause meist nicht erklärt, wie wichtig das Lernen und die Sprache sind."
Jetzt naht der Sommer, die Zeugnisse und vor allem die Entscheidung, ob die Kinder in die vierte Klasse aufsteigen dürfen. Die Lehrerin stöhnt: "Die jetzige vierte Klasse haben drei Kinder nicht geschafft, die bleiben sitzen und landen nach dem Sommer in meiner Klasse."
Die Lage wird weiter verschärft: "Ich habe schon jetzt sechs Burschen dabei, die bereits zweimal durchgefallen sind." Insgesamt sitzen also ab Herbst neun Kinder in der Klasse von 24 Schülern, die zumindest eine Schulstufe der Volksschule nicht geschafft haben.
Die Auswirkungen auf die Klassengemeinschaft sind laut Beschreibung katastrophal. Diese älteren, schon elfjährigen Buben lassen das Niveau der Klasse weiter abstürzen. "Die Sprachkenntnisse vor allem dieser Buben sind deprimierend. Sie sollten in der dritten Klasse schon kurze Geschichten schreiben können, ich aber bin froh, wenn sie einzelne Objekte benennen können."
Die harte Realität: "Die haben einfach keinen Bock, die sind mental nie anwesend."
Im Gegenteil: "Sie stören und sie schummeln sich durch.“ Die Burschen werden zwar in die Deutschförderung geschickt, "aber sinnerfassendes Lesen können sie gar nicht, sie können keine grammatikalisch korrekten Sätze bilden." Beispiele: "Honig Biene machen." Oder: "Zucker ungesund essen."
Solche Klassen sind in dieser Schule kein Einzelfall. Wir erfahren, dass selbst in der zweiten Volksschulklasse vier Kinder sitzenbleiben.