Schutzzone und Alkoholverbot

Ludwig sicher: "Personen lösen sich nicht in Luft auf"

Ein Alkoholverbot am Westbahnhof und eine Schutzzone am Fritz-Imhoff-Park treten am 8. Mai in Kraft. Wie Ludwig mit einem Verdrängungseffekt umgeht.
Yvonne Mresch
28.04.2026, 05:30
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Wien sei eine der sichersten Städte weltweit, betont Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). Nichtsdestotrotz häufen sich im Bereich Gumpendorferstraße, Fritz-Imhoff-Park und Westbahnhof die Beschwerden von Anrainern. Das Thema: Drogenhandel, problematischer Alkoholkonsum und Vandalismus.

"Unsere oberste Prämisse ist, Kinder und Jugendliche zu schützen", so der Stadtchef. Deshalb wolle man die Szene rechtzeitig eindämmen. Abhilfe schaffen sollen sowohl eine Schutzzone rund um den Fritz-Imhoff-Park, als auch ein Alkoholverbot am Westbahnhof – "Heute" berichtete. Am 8. Mai tritt beides in Kraft, mit den Maßnahmen sollen das Sicherheitsgefühl verstärkt und die Aufenthaltsqualität verbessert werden.

Wien soll Herausforderungen "nicht alleine schultern"

Zugangsmöglichkeiten zu sozialen und gesundheitlichen Angeboten sollen weiter bestehen, die Maßnahmen betreffen lediglich den öffentlichen Raum. "Es bildet sich eine Szene, die aggressives Verhalten an den Tag legt. Das wollen wir nicht zulassen", so der Stadtchef. Zudem soll die Substitutionsbehandlung in Zusammenarbeit mit der Ärzte- und Apothekerkammer weiter entwickelt werden.

"Wir wollen den Missbrauch dieser Behandlungen eindämmen, denn die Mittel werden teilweise für den Suchtgifthandel verwendet", so Ludwig, der an den Bund appelliert, hier die Rechtssicherheit zu erhöhen und für eine einheitliche Umsetzung der Therapie plädiert. Wiener wären in diesem Bereich im öffentlichen Raum weniger aufhältig, man betreue einen Teil der Ostregion sowie Menschen aus anderen Bundesländern mit – und man wolle den Großteil der Herausforderungen nicht "alleine schultern".

Verdrängungseffekt erwartet

Dass es bei den geplanten Maßnahmen im Bereich Westbahnhof und Fritz-Imhoff-Park zu einem Verdrängungseffekt kommen kann, bestreitet der Stadtchef nicht. "Wir wissen, dass sich die Personen nicht in Luft auflösen", so Ludwig. "Wir werden die Umgebung gemeinsam mit der Polizei und Sozialarbeitern begleiten. Aber eine verfestigte Szene an bestimmten Orten wollen wir nicht zulassen." Bereits am Karlsplatz und am Praterstern habe man einen geringen Verdrängungseffekt erlebt und eine Lösung gefunden. Das sei auch jetzt der Anspruch.

"Wir müssen ein deutliches Zeichen setzen", betont auch Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl. "Nicht nur, dass es ein nicht erfreuliches Straßenbild bietet, Kinder und Jugendliche sind auch Gefahren ausgesetzt." Es gäbe bereits Beschwerden von Anwohnern über Utensilien in Stiegenhäusern. "Das ist eine Problematik, die man angehen muss." Die Schutzzone ermögliche es der Polizei Personen, von denen anzunehmen ist, dass sie Taten begehen werden, wegzuweisen. "Es erleichtert das polizeiliche Einschreiten, nicht nur anlassbezogen", so Pürstl.

"Szene in Bewegung halten"

Der Zugang zum Suchthilfezentrum bleibe offen, sei aber nur mehr auf direktem Weg erreichbar: "Es gibt kein Herumlungern mehr." Verdrängungseffekte werde es immer geben, so auch der Polizeichef. "Sie dürfen aber nicht ausarten in eine neuerliche Verfestigung der Szene. Es ist wichtig, dass man die Szene in Bewegung hält."

{title && {title} } ym, {title && {title} } Akt. 28.04.2026, 07:56, 28.04.2026, 05:30
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