Polizei kann wegweisen

Drogen-Hotspot rund um U6-Station wird zur Schutzzone

Die Stadt Wien und die Polizei stellen Maßnahmen für mehr Sicherheit rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße vor. Eine Schutzzone ist fix.
Wien Heute
27.04.2026, 14:28
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Nächtlicher Lärm, Vandalismus, Müll und Drogenhandel beziehungsweise -konsum belasten das Grätzl rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße schon lange. Besonders die Anrainer des Fritz-Imhoff-Parks kämpfen seit Jahren mit Problemen. Nun hat die Stadt gemeinsam mit der Landespolizeidirektion Wien neue Maßnahmen präsentiert.

So wird rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße eine Schutzzone eingerichtet. Diese reicht vom Sechshauser Gürtel bis hinüber in den 6. Bezirk – dort umfasst sie etwa den Fritz-Imhoff-Park (dieser wurde eingezäunt und ist auch in der Nacht versperrt, Anm.) und geht bis zur Gfrornergasse. In Kraft tritt die Schutzzone mit 8. Mai, wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Polizeipräsident Gerhard Pürstl am Dienstag bekannt gaben.

Polizei kann Personen wegweisen

Eine Schutzzone ist ein klar abgegrenzter Bereich im öffentlichen Raum, der auf Grundlage des Sicherheitspolizeigesetzes (§ 36a SPG) eingerichtet wird. Sie dient vor allem dem Schutz von Minderjährigen und besonders sensiblen Orten wie Parks, Spielplätzen oder Verkehrsknotenpunkten.

Plan der Schutzzone rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße
Stadt Wien

In solchen Zonen kann die Polizei schneller eingreifen und Personen wegweisen oder ein Betretungsverbot verhängen (maximal 30 Tage), wenn sie etwa durch Drogenhandel oder aggressives Verhalten auffallen.

Drogenkranke erhalten Spritzen-Behälter

Neben sicherheitspolitischen Maßnahmen setzt die Stadt auch auf mehr Sauberkeit und bessere Aufenthaltsqualität: Die Reinigung durch MA 48 und MA 42 erfolgt im höchsten Intervall, Klienten der Suchthilfe Wien erhalten Spritzen-Entsorgungsbehälter, Sozialarbeiter der Suchthilfe unterstützen bei der Beseitigung von infektiösem Material.

Zudem wird der Einsatz von Sicherheitsdienst-Mitarbeitern der Wiener Linien verstärkt. Täglich sind zu den Hauptverkehrszeiten ein bis zwei Teams vor Ort an der U6-Station. Diese begehen die gesamte Station. Außerhalb dieser Zeiten wird die Station von einem auf der U6-Strecke eingesetzten Team angefahren, das ebenfalls Kontrollgänge durchführt.

Polizei fix am Abend vor Ort

Die Polizei ist zusätzlich mit einem fixen Standposten in den frühen Abendstunden präsent und auch tagsüber in regelmäßigen Abständen vor Ort. Da die nächste Polizeiinspektion weiter entfernt ist, wird zudem ein mobiler Arbeitscontainer für die Polizei aufgestellt. Nicht genutzte Durchgänge wurden vergittert und unzugänglich gemacht, Sitzbänke entfernt oder versetzt.

Auch die Beleuchtungssituation vor Ort wurde verbessert: So wurden in Zusammenarbeit mit den Wiener Linien durch die MA 33 (Wien leuchtet) zusätzliche Leuchtkörper auf Masten auf der Gürtel-Außenseite installiert und so die Beleuchtung verstärkt.

Stadt und Polizei kooperieren

"Dieses Maßnahmenpaket ist das Ergebnis einer guten und konsequenten Zusammenarbeit zwischen der Stadt Wien und der Wiener Polizei. Genau diese partnerschaftliche Kooperation ist der Schlüssel. Denn Sicherheit entsteht dort, wo alle an einem Strang ziehen", betont Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

Auch Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl ist überzeugt: "Die vorliegende Schutzzone sowie die weiteren Maßnahmen sind nötig, um Gewalttaten vorzubeugen, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und der Polizei ein rasches und wirksames Einschreiten bei problematischen Erscheinungsbildern im öffentlichen Raum zu ermöglichen."

Gezielte Unterstützung für Suchtkranke

Ein zentraler Punkt des Pakets bleibt dennoch die Unterstützung für suchtkranke Menschen. Die Suchthilfe Wien setzt daher auf gezielte Schwerpunkt-Einsätze mit mobiler Sozialarbeit und  psychosoziale Angebote im öffentlichen Raum. Ziel ist es, Betroffene besser zu erreichen und langfristig zu stabilisieren.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 27.04.2026, 14:40, 27.04.2026, 14:28
Jetzt E-Paper lesen