"Investieren 50.000 Euro"

Spritzen am Spielplatz: Bezirk kämpft gegen Drogenszene

Die Drogenszene schwappt nach Margareten. Dort reagiert man erstmals mit 50.000 Euro für mobile Sozialarbeit. Polizei setzt auf Schwerpunktkontrollen.
Hannah  Maier
11.04.2026, 13:47
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Spritzen am Boden, Pöbeleien, Polizeieinsätze – die Drogenszene am Gumpendorfer Gürtel sorgt regelmäßig für Schlagzeilen. Jetzt vergrößert sich das Problem, es schwappt in den angrenzenden 5. Bezirk.

Durch die verstärkten Kontrollen rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße habe sich der Drogenhandel entlang des gesamten Südgürtels verlagert, teilweise bis nach Margareten, erklärt dort Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne).

Problemzonen: Öffi-Stationen und Parks

Besonders der Matzleinsdorfer Platz steht zunehmend im Fokus von Anrainern und Behörden. Zwei Probleme prägen die Situation: der Drogenhandel in der S-Bahnstation und den angrenzenden Straßenbahn-Stationen sowie der Drogenkonsum in den umliegenden Grätzln. "Um ersteres müssen sich die Securities von Wiener Linien und ÖBB sowie die Polizei kümmern", erklärt Luxenberger.

Bezirksvorsteher von Margareten, Michael Luxenberger im "Heute"-Interview.
Helmut Graf

Vor allem der Drogenkonsum in den Grätzln hat in der Vergangenheit zahlreiche Meldungen bei der Bezirksvorstehung ausgelöst. Im vergangenen Sommer berichteten Anrainer von gebrauchten Spritzen in Hausnischen, auf Spielplätzen oder in der öffentlichen Toilette am Leopold-Rister-Park. In der kalten Jahreszeit seien die Meldungen dann leicht zurückgegangen.

Bezirk investiert 50.000 Euro

"Die Wiener Polizei ist chronisch unterbesetzt", so Luxenberger. Bisher habe man den Austausch zwischen Beamten, den Securities der Wiener Linien und der ÖBB intensiviert. Was der Bezirk noch tun kann? Reinigungsmaßnahmen verstärken und auf soziale Maßnahmen setzen. "Wir als Bezirk investieren heuer erstmals 50.000 Euro in mobile soziale Arbeit", sagt der Bezirksvorsteher.

"Die sam-Teams der Suchthilfe Wien sind dabei gleichermaßen Ansprechpersonen für suchtkranke Personen als auch für Anwohner – das ist de facto das Einzige, was wir in unserem Zuständigkeitsbereich verstärken können", so Luxenberger. Zudem sei der 5. Bezirk im Austausch mit diversen Einrichtungen der Stadt Wien, um hier eine Lösung zu finden, die allen Bezirken gut tue und weitere Verdrängungsprozesse verhindere.

Polizeikontrollen und Schwerpunktmaßnahmen

Die Wiener Polizei sieht die Lage differenziert. Eine Verlagerung der Drogenszene auf den Matzleinsdorfer Platz sei derzeit nicht feststellbar, heißt es auf "Heute"-Nachfrage.

Sowohl uniformierte als auch zivile Kräfte führen regelmäßig Kontrollen durch, außerdem erfolge eine laufende Bestreifung durch das zuständige Stadtpolizeikommando – insbesondere im Rahmen von Schwerpunktmaßnahmen.

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