In St. Marx steht ein Großprojekt vor der Tür: Auf dem Gelände soll eine riesige Event-Arena entstehen. Doch der Widerstand wächst. Erst kürzlich wurde ein Protestcamp geräumt, am Donnerstag sicherte die Polizei das Areal mit WEGA-Kräften ab. Laut Polizei habe es sich um eine nicht rechtmäßig angezeigte Versammlung gehandelt.
Die Initiative "St. Marx für Alle" übt scharfe Kritik an der Stadt Wien. Man habe den Kontakt zur Bevölkerung verloren, zivilgesellschaftliches Engagement werde zunehmend mit Härte beantwortet, heißt es von den Aktivisten.
Weil die Bürgerversammlung nicht genehmigt wurde, haben die Grünen im Bezirk nun Beschwerde bei der Volksanwaltschaft eingelegt. "Statt Transparenz erleben wir Intransparenz und politische Alleingänge", kritisiert Bezirksvorsteher-Stellvertreterin Siegrid Widhalm. Die geplante Wien Holding Arena auf einer der letzten großen Freiflächen im 3. Bezirk habe weitreichende Folgen für Stadtentwicklung, Umwelt und Lebensqualität – entschieden worden sei dennoch ohne ausreichende Einbindung der Bevölkerung.
Über Jahre hinweg wurde das Areal von Initiativen wie "St. Marx für Alle" genutzt und als offener Freiraum gestaltet – mit Skate-Park, Basketballplatz und Urban Gardening. SPÖ-Bezirksvorsteher Erich Hohenberger betonte mehrfach, sich für Ersatzstandorte einsetzen zu wollen.
Kritik kommt aber auch zu den Kosten: Laut Grünen könnte die Arena bis zu 215 Millionen Euro verschlingen. "Die Räumung von St. Marx zeigt, wie wenig Raum für zivilgesellschaftliches Engagement bleibt", so Widhalm. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung sei das ein falsches Signal für die Stadt.