Stadt Wien setzt Maßstäbe

Blind oder im Rollstuhl: Alle können bei ESC mitfeiern

Alle ESC-Events in Wien werden behindertengerecht gestaltet. Jeder soll an der Songcontest-Megaparty in Wien teilnehmen können. Alle Details hier!
Thomas Peterthalner
09.04.2026, 16:00
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Die Stadt Wien geht beim Eurovision Song Contest 2026 einen neuen Weg. Egal, ob man eine Behinderung hat oder nicht: Das Großereignis soll für alle erlebbar sein. Von der Stadthalle über das Eurovision Village bis hin zu allen Side-Events soll alles behindertengerecht gestaltet werden. Die Stadt will sich als offene, inklusive Weltmetropole positionieren – und tritt als "First Mover" auf.

Songcontest ist barrierefrei

Parallel dazu startet eine große Inklusionskampagne. Ziel ist es, freiwilliges Engagement, barrierefreie Freizeitangebote und generationenübergreifende Zusammenarbeit sichtbar zu machen. Umgesetzt wird die Initiative gemeinsam mit der Aktion "Freiwillig für Wien". Auch online und auf Social Media ist die Kampagne bereits präsent.

"Inklusion ist Erfolgsfaktor"

"Das Ziel besteht darin, Wien langfristig als führende Host City für inklusive Großevents zu positionieren, die kulturelle Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt aktiv leben", so Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak (SP). "Inklusion ist ein zentraler Erfolgsfaktor für den Veranstaltungs- und Tourismusstandort Wien. Als offene und zukunftsorientierte Weltmetropole legt Wien Wert darauf, internationale Großereignisse barrierefrei zugänglich zu machen."

Barbara Novak
Denise Auer

170 Millionen Zuseher

Das stärke nicht nur das Bild Wiens als moderne Eventstadt, sondern wirke durch die weltweite Reichweite des ESC von rund 170 Millionen Zuschauern langfristig nach. Gleichzeitig verfüge die Stadt über eine ausgezeichnete barrierefreie Infrastruktur – vom öffentlichen Verkehr über Freizeiteinrichtungen bis hin zu kostenlosen, inklusiven Side-Events ohne Konsumzwang. "Damit setzt Wien auf Qualitätstourismus und schafft Erlebnisse für alle Menschen", so Novak.

"Full Access" für Wien

Als zentraler Partner ist das Unternehmen Full Access mit an Bord. Dieses bringt Erfahrung bei barrierearmen Veranstaltungen ein – von Schulungen für Personal bis hin zu konkreten Maßnahmen vor Ort. Für Besucher mit besonderen Bedürfnissen wird etwa spezielle Ausstattung bereitgestellt, darunter Kapsel- und In-Ear-Gehörschutz, Lichtschutzfassungen und sogenannte Fidgets, darunter versteht man Spiele, um die Nerven zu beruhigen. Diese werden kostenlos ausgegeben.

Ansprechpersonen nehmen Ängste

"Menschen mit Behinderungen möchten Großevents besuchen wie alle anderen auch. Dazu möchten wir beitragen", so Martina Gollner und Christina Riedler von Full Access. "Mit einer Behinderung ein Event zu besuchen, bringt viele offene Fragen mit sich: Wer begleitet mich? Welches Hilfsmittel nehme ich am besten? Wie ist das beim Sicherheitscheck? Welche Personen werden mich vor Ort unterstützen? Als Ansprechpersonen möchten wir diese Ängste nehmen."

"Gleiche Möglichkeiten für alle"

Die Österreichischen Lotterien spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Sie unterstützen seit 40 Jahren barrierefreie Angebote in Kultur, Sport und Gesellschaft. "Der Eurovision Song Contest zeigt eindrucksvoll, wie Musik verbindet und wie Inklusion gelebt werden kann", so Generaldirektor Erwin van Lambaart. "Inklusion bedeutet für uns, allen Menschen – Frauen, Männern und Menschen mit Behinderungen – gleiche Möglichkeiten zu bieten: auf der Bühne, im Spiel und im Leben."

Barrierefreier "Euro Club"

Konkret sind zahlreiche Maßnahmen während des ESC geplant: barrierefreie Informationen via App und Website, spezielle Ruheräume, Rollstuhlplätze, Assistenzhunde-Zugang und sogar Backstage-Touren für blinde Besucher. Auch beim Public Viewing am Rathausplatz und im "Euro Club" im Praterdome wird auf Zugänglichkeit für alle Besucher geachtet.

{title && {title} } pet, {title && {title} } 09.04.2026, 16:00
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