Erst 14 bis 17 Jahre alt

Hunderte Straftaten! Junge Systemsprenger vor Gericht

Sieben Angeklagte (14 bis 17 Jahre) sollen mit Nothämmern in Shops eingebrochen sein, Jugendliche attackiert und ausgeraubt haben – die Liste ist lang
Thomas Peterthalner
27.04.2026, 14:14
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Jugendkriminalität ist in Wien ein großes Problem – im Vorjahr gab es hier laut Kriminalstatistik einen Anstieg um 10,7 Prozent. 23.776 Fälle von unter 21-Jährigen wurden im Vorjahr registriert. Einbrüche und Körperverletzung stehen an erster Stelle. Perspektivlosigkeit und Langeweile sind häufige Motive – so auch bei einer Jugendgang aus Wien-Favoriten, die sich am Montag (27.4.) am Wiener Landl auf der Anklagebank wiederfand.

Prozess begann mit Verspätung

Der Großteil der jungen Angeklagten im Alter zwischen 18 und 14 Jahren sitzt in der berüchtigten Jugendstrafanstalt am Münichplatz ein, sie kamen erst mit 30 Minuten Verspätung in den Saal am Wiener Landl. Dieser war bereits voll gefüllt mit Angehörigen. Draußen warteten Dutzende Teenager auf ihre inhaftierten Kumpels.

200 Straftaten angeklagt

Die Vorwürfe wiegen schwer – von Raub über Einbrüche bis hin zu schwerer Körperverletzung und gewerbsmäßigen Diebstahl. Insgesamt sollen die Jugendlichen für rund 200 Straftaten verantwortlich sein. Viele Delikte sollen zudem begangen worden sein, bevor die Jugendlichen überhaupt strafmündig waren. Vier der Angeklagten stammen aus Syrien, einer aus Russland, einer aus der Slowakei und einer aus Afghanistan.

Raub in der Millennium City

Die Bande soll in ganz Wien aktiv gewesen sein. In der Millennium City bedrohten sie einen Jugendlichen, nahmen ihm Markenkleidung ab. In einem anderen Fall wurde ein Opfer laut Staatsanwältin in eine dunkle Ecke gelockt und brutal attackiert – mit Fußtritten und Schlägen gegen den Kopf. Die Tat filmten die Burschen angeblich mit ihren Handys mit.

Angeklagter (14, mit Anwalt) ist selbst noch ein Kind.
Denise Auer

Einbruch mit Nothammer

Die Jugendgang soll mit Nothämmern Auslagen von Shops und Scheiben von Taxis, Autos, Geschäften, Apotheken und Lokalen eingeschlagen haben, um Handys, Laptops oder Bargeld zu stehlen. Nach einem Trafik-Einbruch sollen sie einen Zeugen mit einer Schreckschusspistole bedroht haben. Am 25. Jänner stiegen die Burschen angeblich in eine Apotheke ein, in einem Handyshop in Wien-Wieden stahlen sie Bargeld und sechs Dosen mit Nikotinbeuteln. Immer wieder brachen sie angeblich in Handyshops ein, oft wurde nichts erbeutet. Der Sachschaden war dennoch groß.

"Ein toxischer Freundeskreis"

Das ist ein toxischer Freundeskreis, die ziehen sich alle runter", so der Verteidiger des Erstangeklagten. Die Jugendlichen zeigen sich großteils geständig, können sich aber teils nicht mehr an alle Taten erinnern. Kein Wunder: Zwei Burschen werden allein 120 Fakten angerechnet.

Freunde störten Verhandlung

Immer wieder störten Freunde der Angeklagten die Verhandlung, mussten von den Justizwachebeamten aus dem Saal gewiesen werden. Einige wollten das nicht hinnehmen und schimpften lautstark in den Saal.

Verhandlung geht weiter

Der Afghane (17), der Slowake (16), der Russe (15) und die vier Syrer (16, 14, 14, 14 Jahre) zeigten sich großteils geständig. "Ich weiß es nicht", so ein Verdächtiger auf die Frage der Richterin nach dem Motiv. Der Prozess wurde am Montag vertagt – die Unschuldsvermutung gilt.

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