Statt Geldregen gab es angeblich nur Schall und Rauch: Am Landesgericht Wien muss sich seit 11. März der vor seiner U-Haft überaus umtriebige Geschäftsmann Danny K. (53) verantworten. Die Staatsanwaltschaft Wien wirft dem Niederländer schweren gewerbsmäßigen Betrug sowie die Fälschung von Urkunden und Bank-Dokumenten vor. Unter den Betroffenen finden sich illustre Namen. Unter anderem soll Ex-Vizekanzler Heinz Christian Strache (56) als Kontaktvermittler fungiert haben, wir berichteten.
Laut Staatsanwaltschaft soll Danny K. einen Schaden von knapp über 1,6 Millionen Euro verursacht haben, bei weiteren 400.000 Euro sei es bei dem Versuch geblieben. Er habe das Blaue vom Himmel versprochen, so der Vorwurf der Anklage. Danny K. sei ein "Hochstapler".
Strache sagte nun am Montag (27.4.) als Zeuge in dem Betrugsprozess aus, berichtete im Zeugenstand, wie der Angeklagte seine Nähe zu Prominenten für Geschäfte genutzt habe: "Ich habe Medientermine und Pressekonferenzen mit ihm gemacht. Mit den Fotos ist er dann hausieren gegangen." Dabei habe Strache selbst lange an die Projekte geglaubt: "Für die Immobilienbranche wäre das wichtig gewesen, die Modelle waren von großen Banken geprüft", erklärte er. "Das war eine Riesensache, ich habe daran geglaubt."
Strache absolvierte laut eigenen Angaben über hundert Termine für und mit dem Angeklagten. Seine Rolle sei dabei vor allem die Akquise und öffentliche Promotion gewesen. "Es gab Provisionsvereinbarungen. Als Ende Jänner 2024 die ersten Summen nicht geflossen sind, habe ich Honorarnoten für Medienbetreuung gestellt."
Vorwürfe, er habe selbst Geld aus den angeklagten Summen erhalten, wies Strache im Zeugenstand klar zurück: "Das stimmt nicht." Erst Monate später sei er skeptisch geworden. Zuvor habe es immer wieder Ausreden für ausbleibende Zahlungen gegeben. Zivilrechtlich belaufe sich sein Schaden laut "Krone"-Bericht auf 2,14 Millionen Euro. Als ihm ein angeblich gefälschter Kontoauszug vorgelegt wurde, habe er sofort Anzeige erstattet.
Auch Straches beschädigter Land Rover war kurz ein Thema. Das Auto wurde von Danny K. in seine vermeintliche Luxusauto-Werkstatt nach Hagenbrunn gebracht. "Als ich die Werkstatt gesehen habe, hat mich der Schlag getroffen, das war ein Loch in einem Hinterhof", so Strache. Der Prozess wurde vertagt, soll mit weiteren Zeugeneinvernahmen fortgesetzt werden. Die Unschuldsvermutung gilt.