Schall und Rauch statt Millionenregen: Am Landesgericht Wien muss sich seit 11. März der überaus geschäftige Geschäftsmann Danny K. (53) verantworten. Die Staatsanwaltschaft Wien wirft dem Niederländer gewerbsmäßigen schweren Betrug sowie die Fälschung verschiedener Urkunden und Bank-Dokumente vor. Unter den Betroffenen finden sich illustre Namen. Unter anderem Ex-Vizekanzler Heinz Christian Strache (56) soll als Kontaktvermittler fungiert haben.
Der Angeklagte saß am Mittwoch (11. März) mit schnöden Baumwoll-Hemd und blauen Zweiteiler vor der Richterin – ohne den für ihn typischen Seidenschal im Paisley-Muster. Laut Staatsanwaltschaft hatte es der "Investor" auf finanziell angeschlagene Geldgeber abgesehen, die bei Banken keinen Kredit mehr bekamen und so eher auf seine halbseidenen Angebote aufsprangen. "Am Ende war alles nur Schall und Rauch", so die Anklägerin.
Auch gegenüber Strache soll Danny K. seine Bonität mit Fake-Kontoauszügen untermauert haben. Doch die angepriesenen Projekte wurden schließlich nie umgesetzt, die Partner blieben auf Kosten sitzen. Der mutmaßliche Schaden wird mit 1.982.735 Euro beziffert, weitere 406.605 Euro waren als Versuch angeklagt.
Danny K. soll Strache unter anderem einen Kontoauszug einer Luxemburger Bank präsentiert haben. Darauf waren angeblich 51 Millionen Pfund Guthaben ausgewiesen. Ermittler halten das Dokument jedoch für eine dreiste Fälschung.
Bevor Geld zurückfließen sollte, mussten Interessenten laut Anklage plötzlich Fantasie-Gebühren oder andere Vorleistungen erbringen.
Der Geschäftsmann dürfte am Ende selbst über gar kein Geld verfügen. Denn er entschied sich, angefallene Verwaltungsstrafen lieber im Häf’n abzusitzen, als sie zu begleichen. Insgesamt war von mehr als 30 Verwaltungsstrafen, darunter zahlreiche Parkstrafen, die Rede.
Bei den Urkundendelikten zeigte sich der von Star-Anwältin Astrid Wagner und Gerhard Podovsovnik verteidigte Angeklagte teilweise geständig. Die entsprechenden Dokumente habe er zwar nicht selbst erstellt, aber verwendet.
Zu den Betrugsvorwürfen bekannte sich Danny K. hingegen nicht schuldig. "Es handelt sich um einen hochkomplexen Sachverhalt, der im Laufe des Prozesses hier vollständig aufgearbeitet werden muss", so Wagner.
Danny K. wurde im April 2025 festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Josefstadt. Das Gericht hat mehrere Verhandlungstage angesetzt, bei denen zahlreiche Zeugen – darunter Strache – einvernommen werden sollen. Die Unschuldsvermutung gilt.