ÖVP ist alarmiert

"Lebensgefahr!" Schwere Mängel in Wiens Kindergärten

Der Wiener Stadtrechnungshof deckte massive Sicherheitsmängel in Kindergärten auf. Die ÖVP fordert nun "rasches Handeln" von Seiten der Stadt.
Claus Kramsl
28.05.2026, 05:30
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Alarmierender Bericht des Wiener Stadtrechnungshofs: In mehreren städtischen Kindergärten wurden teils massive Sicherheitsmängel entdeckt. Betroffen sind Spielplätze, Freiflächen und Sportgeräte – dort, wo täglich tausende Kinder spielen.

Rattenköder-Boxen, scharfkantige Metallteile

Besonders brisant: Laut Bericht gab es Fälle von "Gefahr im Verzug", dennoch wurden manche Mängel nicht sofort behoben, kritisieren die Prüfer. So fehlte bei einem Kindergarten beidseitig ein Handlauf beim Haupteingang, an einem anderen Standort wurden gefährliche Stolperfallen festgestellt. An mehreren Orten waren Fußballtore und Basketballgeräte nicht sicherheitstechnisch überprüft worden.

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Der Stadtrechnungshof fand auch frei zugängliche Rattenköder-Boxen, scharfkantige Metallteile in Kopfhöhe der Kinder und abgesenkte Betonplatten mit Stolpergefahr. In einem Kindergarten standen unversperrte Aufbewahrungsboxen, in denen Kinder eingeschlossen werden könnten. Laut Bericht könne "das Ersticken von Kindern nicht von vornherein zur Gänze ausgeschlossen werden".

Schwere Mängel aus Geldnot nicht behoben

Besonders brisant: Einige schwere Mängel waren der Stadt laut der Prüfer "schon einige Monate beziehungsweise zum Teil auch schon Jahre bekannt". Dennoch seien Reparaturen teilweise aufgrund fehlender Finanzierung ausgeblieben.

In einem Kindergarten wurde ein Ballspielplatz trotz schwerer Mängel einfach dauerhaft gesperrt, statt saniert zu werden. An anderer Stelle wurde ein Mangel mit "Gefahr im Verzug" laut Bericht sogar bis ins Folgejahr nicht behoben.

Der Stadtrechnungshof dokumentierte zudem zahlreiche konkrete Gefahrenstellen: nicht gesicherte Schachtabdeckungen, frei liegende Fußmatten, scharfe Blechkanten neben Schaukeln, fehlendes Sicherheitsglas bei Gartenhaustüren oder starke Unebenheiten auf Wegen und Asphaltflächen.

ÖVP fordert rasches Handeln von der Stadt

Die ÖVP Wien spricht von einem schweren Versagen der Stadtregierung: "Gerade bei den Kleinsten müssten auf Spielplätzen in Kindergärten die höchsten Sicherheitsstandards gelten. Tatsächlich werden Mängel jedoch über Jahre hinweg nicht behoben oder nur verzögert angegangen. Bezirke und städtische Verwaltung werden damit strukturell ausgehöhlt – zulasten der Sicherheit von Kindern. SPÖ und Neos müssen hier rasch handeln, bevor es zu schwerwiegenden Vorfällen kommt", so Parteiobmann Markus Figl und Familiensprecherin Sabine Keri.

Besonders dieser Umstand alarmiert die ÖVP: Laut Bericht werden sicherheitsrelevante Sanierungen teils von den Budgets der Bezirke abhängig gemacht. Dadurch könne sich die Behebung von Mängeln deutlich verzögern. "Damit wird Sicherheit faktisch zur Frage des Geldbörsels – ein Zustand, der aus Sicht vieler Eltern nicht akzeptabel ist", so die ÖVP.

Prüfer loben Kindergartenpersonal

Immerhin: Der Stadtrechnungshof hält auch fest, dass es bei fast 40.000 betreuten Kindern vergleichsweise wenige schwere Unfälle gab. Ausschlaggebend dafür sei vor allem die intensive Aufsicht durch das Kindergartenpersonal.

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