Bürgermeister Michael Ludwig (SP) jettete diese Woche nach Rom, am Programm stand dabei ein ganz besonderer Termin. Papst Leo XIV. empfing Ludwig im Rahmen einer Generalaudienz im Vatikan. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die geopolitische Lage in Europa, internationale Zusammenarbeit sowie ethische Fragen rund um Künstliche Intelligenz und Digitalisierung – ein Herzensthema von Papst Leo, das auch im Mittelpunkt seiner viel diskutierten Enzyklika "Magnifica Humanitas" steht.
Bürgermeister Ludwig hob bei seinem Treffen mit dem Papst die besondere Rolle von Wien als internationale Stadt des Dialogs hervor. "Wien steht im Zentrum Europas und ist seit Jahrhunderten eine Drehscheibe für internationale Diplomatie. Gerade in Zeiten globaler Krisen braucht es Orte der Verständigung, des friedlichen Dialogs und der konstruktiven Zusammenarbeit", so der Bürgermeister.
Auch der interreligiöse Dialog war Thema des Gesprächs. Ludwig verwies auf den Wiener Religionsrat, der europaweit als Modell für das respektvolle Miteinander verschiedener Glaubensgemeinschaften gilt. Das Gremium stärke den Austausch zwischen den Religionen und mache gemeinsame Verantwortung für Zusammenhalt, Solidarität und Frieden sichtbar.
Außerdem wurde die Rolle des Heiligen Stuhls in der internationalen Politik besprochen. Der Vatikan setzt sich weltweit für Frieden, Menschenwürde, Meinungsfreiheit und Klimagerechtigkeit ein, wirbt in internationalen Konflikten für diplomatische Lösungen.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Papst Leo XIV. hatte erst zu Wochenbeginn internationale Regeln für einen gemeinwohlorientierten Einsatz von KI gefordert und vor den ethischen Herausforderungen neuer Technologien gewarnt.
"Technologischer Fortschritt darf niemals auf Kosten von Menschenwürde, sozialer Gerechtigkeit oder demokratischer Teilhabe gehen. Wien wird auch künftig daran arbeiten, Innovation und Verantwortung miteinander zu verbinden", so Ludwig.
"Künstliche Intelligenz bietet für die Wirtschaft große Chancen, dennoch darf dabei nicht der Mensch aus den Augen verloren werden. Darauf ist Papst Leo XIV. in seiner ersten Enzyklika eingegangen. Umso mehr war ich beeindruckt, den Heiligen Vater am Mittwoch auf einer gemeinsamen Wirtschaftsreise mit Bürgermeister Ludwig persönlich treffen zu können", so Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck.
Ludwig erinnerte daran, dass sich Wien bereits 2019 intensiv mit den Folgen der Digitalisierung beschäftigt habe. "Unter dem Leitgedanken des Digitalen Humanismus verfolgen wir das Ziel, den Menschen wieder ins Zentrum technologischer Innovation zu stellen – und nicht umgekehrt. Hier gibt es viele gemeinsame Ansätze mit den Überlegungen des Papstes."
Die Stadt Wien sei mit ihren Universitäten, Forschungseinrichtungen, internationalen Organisationen und kirchlichen Institutionen gut aufgestellt, um bei ethischen Fragen rund um Digitalisierung und KI eine führende Rolle einzunehmen.