Erste Enzyklika

Papst schlägt Alarm: KI macht Welt "unmenschlich"

Papst Leo XIV. fordert in seiner ersten Enzyklika strengere Regeln für Künstliche Intelligenz. Er sieht die Gefahr, "dass die Welt unmenschlich wird".
Newsdesk Heute
25.05.2026, 12:37
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Papst Leo XIV. warnt in seiner ersten Enzyklika vor den Gefahren von Künstlicher Intelligenz und fordert klare Regeln für den Umgang mit neuen Technologien. KI müsse "entwaffnet und lebensfreundlich gemacht werden", heißt es in dem am Pfingstmontag im Vatikan vorgestellten Lehrschreiben "Magnifica humanitas".

Darin beschreibt der Papst das digitale Zeitalter als "epochale Wegscheide" für die Menschheit. Digitalisierung, KI und Robotik hätten das Leben tiefgreifend verändert. Zwar habe Technik die Lebensbedingungen vieler Menschen verbessert, zugleich habe aber "jede Phase des Fortschritts auch die Ambivalenz von Werkzeugen offenbart, die in der Lage sind, Schaden anzurichten, wenn sie nicht auf das Gute ausgerichtet sind."

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KI muss "entwaffnet und lebensfreundlich gemacht werden"

Besonders deutlich warnt Leo XIV. davor, dass Technologie den Menschen beherrschen könnte. "KI ist bereits eine Umwelt, die uns umgibt, und eine Macht, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Daher reicht es nicht aus, sie zu regulieren: Sie muss entwaffnet und lebensfreundlich gemacht werden", schreibt der Papst.

Der Pontifex sieht die Gefahr, "dass die Welt unmenschlich und ungerechter wird". Neue Technologien würden heute nahezu alle Bereiche des Lebens prägen – von Entscheidungsprozessen bis hin zur gesellschaftlichen Wahrnehmung. Deshalb brauche es laut Leo XIV. "angemessene Regulierungsinstrumente", um Gerechtigkeit zu schützen und die Macht großer Technologiekonzerne einzudämmen.

Besonders kritisch sieht der Papst die Rolle globaler Unternehmen, die teils über mehr Ressourcen verfügen als viele Staaten. KI sei zudem nicht neutral, weil sie "die Züge derer annimmt, die sie konzipieren, finanzieren, regulieren und nutzen".

Leo XIV. ruft Christen und Nichtchristen gleichermaßen dazu auf, sich gegen eine "Einförmigkeit" zu stellen, die Unterschiede auslösche und alles – "sogar das Geheimnis der Person" – in Daten und Leistung übersetzen wolle.

Einmischung in politische Debatten

"In der Zeit der Künstlichen Intelligenz, in der die Menschenwürde aufgrund neuer Formen von Entmenschlichung in den Hintergrund zu treten droht, haben wir die dringende Pflicht, zutiefst menschlich zu bleiben", schreibt der Papst weiter.

Zugleich verteidigt er das Recht der Kirche, sich in politische Debatten einzumischen – etwa dann, "wenn die Würde der Brüder und Schwestern entstellt wird, wenn die Politik den Dramen der Menschheit nicht gerecht wird, wenn sich die Wirtschaft gegen den Menschen wendet oder die Wissenschaft die Grenzen ihrer Methode überschreitet."

Auch Eigentum und wirtschaftliche Macht im digitalen Zeitalter thematisiert die Enzyklika. Das Recht auf Privateigentum müsse stets dem Gemeinwohl untergeordnet bleiben. Das betreffe heute auch "Patente, Algorithmen, digitale Plattformen, technologische Infrastrukturen und Daten".

Warnung vor sozialen Ungleichheiten

Der Papst warnt zudem vor neuen sozialen Ungleichheiten, wenn Wissen und Technologien nur wenigen zugänglich seien. Entscheidungen rund um KI müssten deshalb immer auch ihre Folgen für kommende Generationen berücksichtigen.

Zum Abschluss fordert Leo XIV. eine "gerechte soziale Ordnung im digitalen Zeitalter". Diese müsse allen Menschen gleiche Chancen ermöglichen, Hass und Desinformation bekämpfen und Technologien einer öffentlichen Kontrolle unterwerfen – damit "nicht der bloße Profit zum Maßstab wird, sondern die Würde eines jeden Menschen und das Wohl der Völker."

{title && {title} } red, {title && {title} } 25.05.2026, 12:37
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