Im Streit um die Migrationspolitik setzt der Papst ein deutliches Zeichen: Leo XIV. hat den 55-jährigen Evelio Menjivar-Ayala zum Bischof der Diözese Wheeling-Charleston im US-Bundesstaat West Virginia ernannt.
Das Besondere an der Ernennung: Menjivar-Ayala kam 1990 als 20-Jähriger illegal in die USA – versteckt im Kofferraum eines Autos. In seiner Heimat El Salvador tobte damals ein blutiger Bürgerkrieg.
Wie n-tv.de berichtet, wird die Ernennung von vielen als Signal gegen die harte Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump gewertet. Die US-Regierung geht seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus äußerst hart gegen Migranten vor.
Der erste US-amerikanische Papst der Geschichte hatte Trumps Vorgehen bereits als Kardinal scharf kritisiert. Auch jetzt plädiert Leo XIV. immer wieder für einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen.
Trump wiederum forderte den Papst im vergangenen Monat mehrfach in teils harschem Ton auf, sich aus der Politik herauszuhalten. Er behauptete sogar, Leo sei nur ins Amt gekommen, weil er selbst zum Präsidenten gewählt worden sei.
Menjivar-Ayala war vor seiner Ernennung dreieinhalb Jahre als Weihbischof in der US-Hauptstadt Washington tätig. Er war damals der erste aus Mittelamerika stammende Bischof in den USA. Die katholische Kirche zählt weltweit etwa 1,4 Milliarden Gläubige.