Erzbischof Josef Grünwidl macht sich bereit für den Flug nach Rom, natürlich in der Economy-Klasse. Am Montag wird Grünwidl dann von Papst Leo XIV. zu einer Audienz im Vatikan empfangen. Den Papst, früher bürgerlich Robert Prevost, trifft Grünwidl nicht zum ersten Mal.
"Ich bin Robert Prevost einmal kurz in Wien begegnet, als er noch nicht Papst war", so Erzbischof Grünwidl zu "Heute". "Aber ein richtiges Kennenlernen war das nicht. Darum freue ich mich sehr auf dieses Treffen, nicht nur mit dem Papst, sondern auch mit seinen Mitarbeitern in den vatikanischen Behörden." Für Dienstag (12.5.) sind Arbeitsgespräche vorgesehen.
Was mit dem Papst besprochen wird, erklärt Grünwidl so: "Im Gespräch wird es wohl vor allem um die Situation der Kirche in Österreich und Mitteleuropa gehen. Also wo zum Beispiel die Chancen und Hindernisse für eine missionarische Kirche liegen, mit ihrer Hauptbotschaft, dass alle Menschen von ihrem Schöpfer geliebt werden. Mit den Dikasterien gibt es Angelegenheiten aus dem alltäglichen Amtsverkehr zu besprechen."
Als Geschenke bekommt der Papst von Grünwidl die CD-Box "Sacred Masterworks" (Concentus Musicus Wien, Nikolas Harnoncourt), ein Buch über das erzbischöfliche Palais, das er im November 2024 besucht hat, und das Buch "Nehmt Gottes Melodie in Euch auf" von Johannes Bours, dem Wahlspruch des Erzbischofs entsprechend und versehen mit einem Vorwort von Grünwidl.
Erzbischof Grünwidl wird Gottesdienste in der Kirche Santa Maria dell’Anima, der deutschsprachigen Nationalkirche in Rom, sowie am Campo Santo Teutonico im Vatikan mitfeiern. Montagnachmittag besucht der Wiener Erzbischof außerdem das Grab des verstorbenen Papst Franziskus in der weltbekannten Basilika Santa Maria Maggiore.
Grünwild wird übrigens nicht im Vatikan übernachten sondern in einem geistlichen Gästehaus in Rom. Details zur Anreise bleiben aus Sicherheitsgründen geheim. Papst Leo XIV. hatte Josef Grünwidl schon am 17. Oktober 2025 zum 33. Erzbischof von Wien ernannt. Die Bischofsweihe fand im Jänner statt.
Der Antrittsbesuch unterstreiche die enge Verbindung der Erzdiözese Wien mit dem Vatikan und der Weltkirche. Die Einladung Josef Grünwidls durch den Papst und die vatikanischen Behörden wird laut Erzdiözese Wien als Zeichen der Wertschätzung gegenüber der katholischen Kirche in Österreich verstanden.