Für Wiens Erzbischof Josef Grünwidl wird es ernst im Vatikan: Nur rund 100 Tage nach seinem Amtsantritt reist er nach Rom. Dort wartet eine Privataudienz bei Papst Leo XIV. auf ihn. Das Treffen gilt als wichtiger Termin für den neuen Kirchenchef.
"Ich habe am Montag in einer Woche Privataudienz beim Papst und werde in den darauffolgenden Tagen in den Dikasterien unterwegs sein, mich vorstellen und auch mit einigen Themen kommen, die wir dort besprechen müssen", verrät Grünwidl gegenüber der "Presse".
Im Zentrum des Gesprächs sollen zentrale Zukunftsfragen der Kirche stehen. Der Wiener Erzbischof will dem Papst die Lage in Österreich schildern und über Veränderungen sprechen: "Die Frage der Ökumene und des interreligiösen Dialogs, wobei ich mit voller Überzeugung sagen kann, dass wir in Österreich gut aufgestellt sind. Und ich werde ihm die Situation der Kirche in Österreich und speziell der Erzdiözese Wien schildern. Ich möchte mit dem Papst im Gespräch darüber sein, was es an Veränderungen und Strukturveränderungen und sich ändernder Kirchengestalt gibt", so Grünwidl in der "Presse"
Auch persönliche Eindrücke dürften eine Rolle spielen, denn ein echtes Gespräch mit dem Papst gab es bisher noch nicht. Zwar sahen sich Grünwidl – damals noch apostolischer Administrator – und Papst Leo XIV. – damals noch Kardinal Robert Francis Prevost – vergangenes Jahr kurz in Wien, aber: "Das war kein wirkliches Gespräch und dafür wird jetzt Zeit sein. Ich freue mich schon auf die Begegnung mit dem Papst."
Welche konkreten Anliegen er vorbringen wird, hält Grünwidl noch zurück. "Aber es gibt einige Anliegen und Bitten, die ich mitnehme, ja", verrät er.
„Es ist dann erstaunlich rasch gegangen, dass ich eine Privataudienz bekommen habe“Josef GrünwidlErzbischof von Wien
Dass es so schnell zu dem Treffen kommt, überrascht selbst ihn: "Es ist üblich, dass man sich einige Zeit nach der Bischofsweihe auch beim Papst meldet. Es ist dann erstaunlich rasch gegangen, dass ich eine Privataudienz bekommen habe."
Für Grünwidl ist die Audienz ein Höhepunkt in seinen ersten Monaten als Erzbischof. Trotz hoher Arbeitsbelastung zeigt er sich zufrieden mit seiner Entscheidung. "Nein, ich habe es wirklich noch nicht bereut. Ich mache das jetzt gerne und spüre sehr viel Wohlwollen und Rückenwind."