Mit Josef Grünwidl bekommt Wien nicht nur einen neuen Erzbischof – er bringt auch eine ganze Reihe an Besonderheiten mit. Kurz vor der Weihe und Amtseinführung zum 33. Erzbischof von Wien hat die Erzdiözese auf ihrer Website mehrere kirchengeschichtlich auffällige "Premieren" rund um den neuen Oberhirten zusammengefasst.
Demnach ist Grünwidl der erste (Erz-)Bischof Wiens, der in seinem frühen priesterlichen Dienst Sekretär des Wiener Erzbischofs war. Außerdem ist er der erste Diözesanadministrator in der Geschichte der Erzdiözese Wien, der später selbst zum Bischof bzw. Erzbischof ernannt wurde. Und noch eine Premiere: Grünwidl ist laut Erzdiözese auch der erste Bischofsvikar, der an die Spitze der Erzdiözese berufen wurde.
Auffällig ist auch sein beruflicher Hintergrund: Grünwidl ist der erste Erzbischof, der aus der konkreten Pfarr- und Jugendseelsorge kommt – und er führte zudem mehrere Jahre den Vorsitz des Priesterrates.
Auch musikalisch steht Grünwidl in einer eher ungewöhnlichen Linie: Seit Georg von Slatkonia, dem ersten in Wien residierenden Bischof, ist er erst der zweite Musiker auf dem Wiener Bischofsstuhl. Dazu kommt: Mit Grünwidl steht erst zum zweiten Mal ein gebürtiger Weinviertler an der Spitze der Erzdiözese Wien.
Augenzwinkernd wird es am Ende des Beitrags mit einem Detail, das sogar "äußerlich" als historisch hervorgehoben wird. Über Grünwidl heißt es dort wörtlich: "Und selbst äußerlich schreibt er Geschichte: Als erster seit Fürstbischof Emerich Sinelli (1680-1685) beendet er eine mehr als 340-jährige Phase bartloser Wiener Bischöfe."
Auch "Heute" fragte nach persönlicher Note: Ob der Kirchenfunktionär zu Rapid oder Austria hält? "Rapid", lautete die klare Antwort des gebürtigen Niederösterreichers. Grün sei außerdem "auch eine liturgische Farbe", betonte Grünwidl laut lachend. Als Erzbischof will er dennoch weiter Violett tragen, das sei für ihn die vorgesehene Farbe.