Nicht mit Pauken und Trompeten, sondern "möglichst einfach" will Wiens neuer Erzbischof am Samstag im Stephansdom von Kardinal Christoph Schönborn geweiht werden. Ab dann tritt der gelernte Kirchenmusiker aus Wullersdorf (NÖ) mit dem Wahlspruch "Nehmt Gottes Melodie in Euch auf" des Heiligen Ignatius sein ehrwürdiges Amt an, zu dem Papst Leo XIV. ihn ernannt hatte.
Das ist dem neuen Wiener Erzischof wirklich wichtig
Auch bei den Insignien insistiert der 62-Jährige auf besondere Bescheidenheit. Nur die Kopfbedeckung (Mitra) wurde maßangefertigt, "denn die muss passen".
Den hölzernen Hirtenstab (Pastorale) mit versilberter Krümme übernimmt er von Weihbischof Krätzl, sein Bischofsring ist eine schnöde Silberversion des Goldringes, der an Teilnehmer des zweiten Vatikanischen Konzils ausgeteilt worden war. Das Brustkreuz (Pektorale) seiner Wahl soll eine Kopie des simplen Silberkreuzes sein, das von Papst Franziskus getragen wurde.
Beim Festakt sind Vertreter aus Politik, der Kirche und allen anderen Religionsgemeinschaften geladen. Bundespräsident, Kanzler, Minister und die Landesspitzen von Wien und NÖ sagten zu. In der ersten Reihe wird auch ein Platz für die 88-jährige Mutter Grünwidls reserviert.
Er selbst will das Miteinander und nicht sich im Mittelpunkt sehen. Musikalisch überlässt der studierte Organist dem Domkapellmeister "freie Hand" – nur viele Gemeindegesänge wünscht er sich. Das Ernennungsschreiben des Heiligen Vaters liest mit Seelsorgerin Judith Werner übrigens eine Frau – eine klare Botschaft zur zukünftigen Auslegung seines Amtes.