Premiere aus dem Wiener Stephansdom: Mittwochabend hielt erstmals Wiens Neo-Erzbischof Josef Grünwidl (62) die obligate Fernsehansprache an Österreichs Gläubige. Der künftige Oberhirte rief dazu auf, das kommende Jahr nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung, Menschlichkeit und Zusammenhalt zu beginnen.
Wenngleich auch Grünwidl eingesteht: "Laut einer Umfrage glaubt nur jeder Fünfte in Österreich, dass es ein gutes Jahr wird. Nur wenige schauen optimistisch und hoffnungsvoll nach vorne. Der Großteil schaut sorgenvoll, vielleicht sogar mit Zukunftsängsten ins Jahr 2026."
Einen weiteren Schwerpunkt legte der Kirchenmann auf das Jahr 2026 als Gedenkjahr: Vor 80 Jahren stand der Stephansdom in Flammen. Der Wiederaufbau sei nur durch Solidarität möglich gewesen – von den Bundesländern bis zu den vielen kleinen Spendern.
"Für mich ist der wiederaufgebaute Stephansdom ein Stein gewordenes Hoffnungszeichen für das Miteinander und auch für den Glauben der Menschen in Österreich", so Grünwidl. Der Dom zeige, "was möglich ist, wenn viele sich von einer gemeinsamen Vision leiten lassen".
Das Motto für 2026 solle daher "miteinander, nicht gegeneinander" lauten. Der designierte Wiener Erzbischof: "Nicht Junge gegen Alte, Österreicher gegen Ausländer und auch nicht Christen gegen Andersgläubige, sondern nur gemeinsam, miteinander werden wir Krisenzeiten bewältigen und Probleme gut lösen können."
Sein persönlicher Wunsch an 2026? "Dass wir alle darauf vertrauen können, ein guter Gott begleitet uns und schaut auf uns – auch in Katastrophen und Krisenzeiten, auch wenn es eng wird im Leben." Grünwidl hofft auf "ein gesegnetes Jahr": "Es kommt auf jeden und jede Einzelne an."
Josef Grünwidl wird – wie ausführlich berichtet – am 24.1.2026 von Kardinal Schönborn zum Bischof geweiht. Anders als sein Amtsvorgänger, der die Diözese 30 Jahre lang skandalfrei geleitet hat, wird Grünwidl (zumindest anfangs) nicht kardinalsrot, sondern lila tragen. Er wurde von Papst Leo nämlich nicht in das Kardinalskollegium berufen, das besondere Leitungsaufgaben in der Weltkirche wahrnimmt.