Was als Karaoke-Band in einem Lokal in Wien-Favoriten begann, ist heute eine Austropop-Formation mit Tiefgang: Die Gruppe Café Royal 10, einst im "Cafe Royal" gegründet, hat sich in den letzten 22 Jahren mit wechselnden Musikern in Insiderkreisen einen Namen gemacht – und jetzt ihr erstes eigenes Album veröffentlicht.
"Austropop never dies" heißt das späte Debüt, auf dem ein ganz besonderer Song hervorsticht: "Steffi aus Graz" – gewidmet der im heurigen Jahr getöteten Visagistin und Influencerin Stefanie P. (31) aus Graz.
Der Song ist mehr als nur eine Widmung. Das Lied ist politisch, emotional – und fordert Veränderung: "Wir müssen das Problem bei der Wurzel packen", heißt es in dem Lied. "Wir müssen den Frauen helfen in toxischen Beziehungen. Wir brauchen einen Change in unserer Kultur." Besonders berührend: Songwriter und Produzent Dominik Wachta kannte die Grazerin persönlich.
Der Wiener Modelmanager, der heuer als DJ Dominik Wachta & friends musikalisch durchstartete, will sich im Austropop aber nicht dauerhaft verankern. Das Album sei ein einmaliger Ausflug, wie er betont. Die Brüder Peter und Martin Sendescheid präsentierten das Werk nun erstmals live in Wien-Favoriten. Dort sorgte "Steffi aus Graz" für spürbare Rührung im Publikum.
Die Influencerin Stefanie P. wurde laut Obduktion in ihrer Wohnung von ihrem Ex-Partner erwürgt. Danach soll Patrick M. die Leiche in einem Koffer aus der Wohnung gebracht haben. Erst nach ein paar Tagen gestand er die Tat, die Unschuldsvermutung gilt.