Seit drei Jahrzehnten ist er da, wenn Frauen und Mädchen nicht mehr weiterwissen: Der 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien feiert sein 30-jähriges Bestehen – und zieht eine eindrucksvolle Bilanz.
Seit der ersten Nachtschicht von Silvester 1995 auf Neujahr 1996 steht das Beraterinnen-Team täglich, rund um die Uhr zur Seite – auch an Feiertagen, Wochenenden, Weihnachten und Silvester. In Zahlen heißt das: 11.000 Tage und Nächte, 29 Weihnachten, 30 Silvester – und 192.000 Beratungskontakte (Telefon, E-Mail, persönliche Gespräche, Begleitungen), die Leben verändert haben.
Der Frauennotruf ist Anlaufstelle für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren, die von sexualisierter, körperlicher oder psychischer Gewalt betroffen sind – unabhängig davon, wie lange die Gewalterfahrung zurückliegt.
Das Angebot umfasst Soforthilfe & Krisenintervention, psychosoziale, rechtliche und sozialarbeiterische Beratung, Begleitungen zu Polizei, Gericht oder Krankenhaus sowie psychosoziale und juristische Prozessbegleitung. Alles kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym.
Frauen-Stadträtin Kathrin Gaál (SPÖ) bezeichnet das Jubiläum als starkes Signal: "Dieses Jubiläum ist ein Symbol für den unbeugsamen Willen einer Stadt, immer für ihre Mädchen und Frauen da zu sein, wenn Hilfe benötigt wird."
Gleichzeitig sei es ein Mahnmal, den Kampf gegen Gewalt an Frauen entschlossen weiterzuführen. Eine aktuelle Studie zeige, dass Opfer von Femiziden Hilfsangebote oft nicht genutzt haben. Gaál appelliert daher eindringlich: Im Ernstfall anrufen und Hilfe annehmen.
📞 01 / 71719
📧 [email protected]
🌐 www.frauennotruf.wien.gv.at
🌐 www.wien.gv.at/gewaltschutz
Heidemarie Kargl, Leiterin des Frauennotrufs, betont: "Jede Kontaktaufnahme ist Ausdruck von Stärke und Selbstbestimmung. Durch Beratung wird Veränderung und eine bessere Zukunft möglich." Getragen wurde die Arbeit bisher von 34 Beraterinnen, unterstützt von Sozialarbeiterinnen der MA 11 (Kinder- und Jugendhilfe). Aktuell umfasst das Team zehn Beraterinnen.
Auch künftig will der Frauennotruf seine Angebote ausbauen und weiter sensibilisieren. Geplant sind etwa eine Ausstellung mit Plakaten aus 30 Jahren ab 7. Jänner 2026 im Kubus von Valie Export, eine Fachtagung zu Gewaltprävention im Herbst 2026 sowie der Fokus auf sexuelle Selbstbestimmung – etwa mit der Kampagne "Nur Ja heißt Ja".