Kinder, Tiere & Umwelt leiden

Rutschen ohne Knall – Stadt bittet um ruhige Silvester

Feuerwerk bedeutet Stress für Mensch, Tier und Umwelt. Die Stadt Wien appelliert daher an alle, heuer auf Böller und Co. zu verzichten.
Wien Heute
29.12.2025, 20:05
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Silvester soll ein Fest der Freude sein – doch für viele bringt der Jahreswechsel alles andere als gute Stimmung. "Silvesterknallerei ist nicht nur eine Belastung für Kinder, ältere Menschen, Haus- und Wildtiere, sondern auch schlecht für Umwelt und Klima", warnt Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ). Sein Appell ist klar: "Zu Silvester sollte deshalb auf jede Art von Knallerei verzichtet werden!"

Wie schon in den vergangenen Jahren gilt in ganz Wien ein Verbot für private Feuerwerke und Knaller. Denn die gesundheitlichen und ökologischen Folgen sind gravierend: Feinstaub, Schwefel, Schwermetalle, Lärm und jede Menge Müll sind das Ergebnis von wenigen Minuten "Vergnügen".

Tiere reagieren mit Panik

"Sie hören deutlich besser als der Mensch", erklärt Ruth Jily, Leiterin des Veterinäramts – und genau das mache das laute Geknalle besonders gefährlich. Haustiere verstecken sich oft in der Wohnung oder reißen sich bei Spaziergängen los. Ihr Tipp: "Führen Sie Ihren Hund an der Leine und lassen Sie auch Freigängerkatzen rund um Silvester möglichst wenig nach draußen."

Im Ernstfall hilft das Fundtierservice unter 01 4000 8060. Wichtig sei, dass Hunde verpflichtend und Katzen freiwillig gechippt und registriert sind.

Schutz für Tiere – Tipps vom TierQuarTier:

➤Fenster & Rollläden schließen

➤Ruhige Musik aufdrehen

➤Abgedunkelte Rückzugsorte schaffen

➤Tiere nicht allein lassen

Eva Persy von der Tierschutzombudsstelle Wien rät: "Versuchen Sie Gelassenheit auszustrahlen und lassen Sie verängstigte Tiere bitte keinesfalls über Nacht alleine!"

Tierärztliche Hilfe bei starker Angst

"Wer weiß, dass das Tier stark auf Lärm reagiert, sollte rechtzeitig ärztlichen Rat einholen", sagt Manfred Hochleithner, Präsident der Wiener Tierärztekammer. Medikamente oder Verhaltenstraining müssten jedenfalls früh begonnen werden – "am 31. Dezember ist es dafür in jedem Fall zu spät."

Wildtiere sind besonders gefährdet

Noch dramatischer ist der Effekt auf Wildtiere. "Sie sind den Lichtblitzen und dem Lärm hilflos ausgeliefert", sagt Günther Annerl von der MA 49. Jede Flucht verbrauche lebenswichtige Energie.

Besonders gefährlich sind Feuerwerksreste in Schutzgebieten – sie enthalten Schwermetalle, die ins Erdreich und in die Nahrungskette gelangen. Michael Kienesberger von der Umweltschutzabteilung appelliert: "Bitte feiern Sie nicht in sensiblen Naturgebieten wie den Wiener Wäldern."

Statt Böller: Walzer!

Stadt, Tierärztekammer, Umweltschutz und TierQuarTier rufen gemeinsam zu einem lärmfreien Silvester auf. "Der Wiener Silvesterpfad macht es vor: Musik und Tanzen statt Kracher – das ist gut fürs Klima und für alle Lebewesen", so Klimastadtrat Czernohorszky.

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