Beim Thema Schnitzel scheiden sich die Geister: Während Traditionalisten auf das echte Wiener Schnitzel vom Kalb schwören, stören sich andere wiederum nicht daran, wenn stattdessen ein gutes Stück Schweineschnitzel auf den Teller kommt. Gesundheitsbewusste greifen auch gerne zu Pute oder Huhn.
Aber was die Spelunke in der Taborstraße 1 in Wien-Leopoldstadt in Sachen Schnitzel jetzt auf die Speisekarte bringt – das gab es noch nie: Für die neueste, "Kaiser Franz" getaufte Kreation verwendet Küchenchef Alexander Knelle zwei rund 200 Gramm schwere Stücke feinstes Filet vom Wagyu-Rind – "Heute" berichtete.
Dabei wird das fein marmorierte Wagyu-Filet von Haubenkoch Knelle nach klassischer Wiener Technik paniert und in goldbrauner Perfektion ausgebacken. Begleitet wird das "Kaiser Franz" getaufte Luxus-Schnitzel von Royal Caviar Imperial Auslese (125 g), Preiselbeeren, zarten Babyerdäpfeln und grünen Salatherzen.
Zum Preis von 395 Euro wird das Luxus-Schnitzel nicht einfach serviert – sondern gebührend zelebriert: Mit weißen Handschuhen platziert der Lokalmitarbeiter die mit den zwei Schnitzeln belegte Servierplatte aus Edelstahl in der Mitte des Tisches. Daneben werden die Beilagen – Royal Caviar Imperial Auslese (125 g), Preiselbeeren, zarte Babyerdäpfel und grüne Salatherzen in süßlich-pikanter Marinade – aufgestellt. Zur Krönung bekommt der "Kaiser Franz" dann noch eine glitzernde Haube aus 23-karätigem Blattgold. Für etwas Säure sorgt das eigens entwickelte Zitronenparfum aus einem edlen Flakon.
Für den optischen Genuss und Vorfreude auf das 395-Euro-Mahl ist also gesorgt. Doch schmeckt das auch? Im "Heute"-Test lässt sich das panierte Wagyu-Filet butterweich schneiden, die knusprige Panier kracht dabei leicht unter dem Druck des Messers. Und auch der Gaumen zeigt sich sehr zufrieden: Das fein marmorierte Fleisch ist – wie erwartet – zart und hat einen leicht nussigen Geschmack. Und es schmeckt deutlich gehaltvoller und reichhaltiger als normales Rindfleisch. Die Textur ist leicht cremig, was gut mit der knusprigen Panade zusammenspielt. Als flüssigen Begleiter empfiehlt uns Betriebsleiter Alexander Scharf einen edlen Rotwein: "Bier oder eine alkoholfreie Alternative ist zu Schnitzel natürlich auch immer passend."
Das "Heute"-Fazit: Der "Kaiser Franz" ist ein royaler Genuss für den Gaumen, den man sich sicher einmal gönnen kann. Zwei Personen werden von der Portion – rund 400 Gramm Fleisch und diverse Beilagen – satt.
Für Fleischpuristen ist das Luxus-Schnitzel eher nicht geeignet. Sie bleiben besser beim klassischen Wagyu-Filet, bei dem der Gaumen nicht von der Panier abgelenkt wird. Und preisbewusste Schnitzel-Fans sind wohl auch mit einem gut gemachten Kalbs- oder Schweineschnitzel um etwa ein Zehntel des Preises bestens bedient.