Wien ist österreichweiter SUV-Spitzenreiter: Mit 28.394 neu zugelassenen SUV und Geländewagen wurden 2025 in der Bundeshauptstadt so viele wie noch nie auf die Straße gebracht. Das zeigt eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria. Im Bundesländervergleich liegt Wien damit klar an der Spitze.
Besonders auffällig: Während die Pkw-Neuzulassungen insgesamt nur um ein Prozent zulegten, stieg die Zahl der SUV um satte 16 Prozent. Im Vergleich zu 2015 hat sich die Anzahl der neu zugelassenen SUV in Wien verdoppelt, im Vergleich zu 2010 sogar vervierfacht.
Fast die Hälfte der neuen SUV fährt mit Hybridantrieb, drei von zehn sind bereits Elektroautos. Trotzdem sieht der VCÖ die Entwicklung kritisch. "Auch kleinere SUV benötigen in der Regel mehr Energie als vergleichbare herkömmliche Modelle. Große SUV verursachen in der Stadt zusätzlich massive Platzprobleme", erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.
Vor allem Plug-in-Hybride stehen in der Kritik: 70 Prozent dieser Fahrzeuge sind SUV, sie sind besonders schwer und verursachen mehr Reifenabrieb – ein Problem für Umwelt und Mikroplastik-Belastung.
Große Unterschiede zeigt der Bezirksvergleich: Die meisten SUV wurden 2025 in Liesing (7.525) neu zugelassen, gefolgt von Favoriten (2.987) und der Donaustadt (2.922). Am anderen Ende der Skala liegt die Josefstadt mit nur 143 neuen SUV, vor Margareten (211) und Neubau (213).
Der VCÖ weist darauf hin, dass acht von zehn Neuwagen in Wien auf Firmen oder juristische Personen zugelassen werden. Umso wichtiger seien steuerliche Anreize bei Firmenautos.
"Was heute als Firmenwagen zugelassen wird, landet morgen am Gebrauchtwagenmarkt", so Schwendinger.
Auch bei Elektroautos sei der Trend problematisch: Zwei Drittel der neu zugelassenen E-Autos in Wien sind SUV. Mit dem steigenden Gewicht nehme auch der Stromverbrauch zu – was den Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energie erschwere.
Der VCÖ fordert daher: Strengere EU-Vorgaben für sparsame Fahrzeuge, mehr kleinere und leichtere Modelle am Markt und nach Fahrzeuggröße gestaffelte Parkpickerl-Tarife. Auch Benzin- und Dieselautos stehen im Fokus: Neue Diesel-Pkw verursachen im Schnitt 14 Prozent mehr CO₂-Ausstoß als Benziner.
"Die Steuerbegünstigung von Diesel ist absolut ungerechtfertigt und endlich abzuschaffen", stellt Schwendinger klar. Ein höherer Verbrauch gehe zudem direkt ins Geld: Zwei Liter Mehrverbrauch pro 100 Kilometer kosten rund 3.000 Euro auf 100.000 Kilometer.